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Duisburg
Solider Start der beliebten Konzertreihe

Duisburg: Solider Start der beliebten Konzertreihe
Friedrich Storfinger machte jetzt den Auftakt bei den Sommerlichen Orgelkonzerten. FOTO: Crei
Duisburg. Mit einem Konzert von Friedrich Storfinger starteten jetzt die Sommerlichen Orgelkonzerte in der Hamborner Friedenskirche, die längst zum jährlichen Kulturprogramm der Stadt geworden sind. Von Ingo Hoddick

Es ist wieder soweit: Die 23. Sommerlichen Orgelkonzerte an der Eule-Orgel der evangelischen Friedenskirche Hamborn, Duisburger Straße 174, jeden Mittwoch in den Sommerferien, haben begonnen. Längst gehören diese Konzerte zum jährlichen Kulturprogramm der Stadt. Zum Auftakt spielte der 1951 geborene, auch in Duisburg bereits bewährte Bottroper Kirchenmusiker Friedrich Storfinger "Lutherchoräle in der Orgelmusik". Das Programm formte ein ziemlich "normales" Orgelkonzert, passend zum 500-jährigen Reformations-Jubiläum. Felix Mendelssohn war vertreten mit zwei seiner sechs Sonaten op. 65, nämlich der Nr. 3 A-Dur über "Aus tiefer Not" (1844) und später der Nr. 6 d-Moll über "Vater unser im Himmelreich" (1845). Johann Sebastian Bach durfte natürlich nicht fehlen, hier mit drei Choralvorspielen, nämlich "Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist" BWV 667 aus den "Leipziger Chorälen" sowie der Fughetta über "Dies sind die heil'gen zehn Gebot" BWV 679 und "Christ, unser Herr, zum Jordan kam" BWV 684, beide aus der "Orgelmesse". Dann kamen zwei Komponisten des 20. Jahrhunderts aus dem Ruhrgebiet. Siegfried Reda (1916-1968) war Organist der Petrikirche in Mülheim an der Ruhr. "Aus tiefer Not" (Ionische Fassung) aus dem "Choral-Spiel-Buch" knüpft noch an Bach an, seinen später spröderen Stil zeigten hier "Gott, der Vater wohn uns bei" und "Es wollte Gott uns gnädig sein" aus "Cantus-Firmus-Stücke zu den Wochenliedern der Fastenzeit". Woher das musikgeschichtlich kommt, zeigte dann einer von Redas Lehrern, der in Duisburg geborene Ernst Pepping (1901-1981), mit dem Nachspiel "Komm, Gott Schöpfer, heil'ger Geist" aus "Großes Orgelbuch III". Das Konzert endete etwas gepfefferter und auch schwungvoller: "Mit seinem Geist" (2006) von dem 1955 im Libanon geborenen Franzosen Naji Hakim sind sechs Variationen über "Ein feste Burg". Friedrich Storfinger ist ein spieltechnisch solider Organist, der fast immer die stilistischen Besonderheiten der jeweiligen Musik trifft. Hier nutzte er die meist bekannten Melodien der Lutherchoräle, um auch anspruchsvolle Werke entsprechend herüberzubringen. Im nächsten, zweiten Sommerlichen Orgelkonzert am Mittwoch, 26. Juli, um 20 Uhr, gibt es erstmals in der Friedenskirche eine Orgelimprovisation zu einem Stummfilm. Otto M. Krämer spielt an der Orgel passende Musik zu dem 1923 gedrehten Stummfilm "Der Glöckner von Notre Dame", der im Kirchraum auf einer großen Leinwand gezeigt wird.

Der Eintritt kostet sechs Euro. Nach den Konzerten gibt es kühle Getränke im Kirchgarten, bei ungünstiger Witterung in der Sakristei.

Quelle: RP
 
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