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Duisburg
Sommerkino ist eine Erfolgsgeschichte

Sommerkino Duisburg 2016 im Landschaftspark: Neuer Besucherrekord
Vor zwei Jahren spielten die Duisburger Philharmoniker live im Sommerkino zu Chaplins "The Kid". FOTO: rp-archiv
Duisburg. Gestern Abend startete das Sommerkino im Landschaftspark in seine 20. Saison. Schon jetzt zeichnet sich ein neuer Besucherrekord ab. Heute, morgen und am Samstag gibt's mit dem Filmkonzert "Safety last" drei Programmhöhepunkte. Von Peter Klucken

Unbeständiges, zu Regen neigendes Wetter: Für die meisten Freiluftkinos ist eine solche Vorhersage eine Hiobsbotschaft. Das war auch beim Sommerkino im Landschaftspark Duisburg-Nord der Fall, als vor 20 Jahren Filmforum-Chef Kai Gottlob den Mut hatte, in der halb-offenen Gießhalle ein Kinoprogramm für einige Sommerwochen anzubieten. Fröstelnd erinnern sich gewiss noch einige daran, wie sie sich mit Regenjacken und eingekuschelt in Decken trotzig dem Wetter ausgesetzt hatten, um an der frischen Luft Filme zu sehen. Das erste Jahr war geschäftlich denn auch ein Reinfall, die Zahlenbilanz am Schluss war tiefrot. Das Sommerkino war in den Anfangsjahren unter kommerziellen Gesichtspunkten ein Vabanquespiel. Das änderte sich im Jahr 2002, als mit Geldern für die Ruhrtriennale ein mobiles Dach über den Zuschauerrängen der Gießhalle installiert wurde. Zwar musste damals eine Sommerkino-Spielzeit ausfallen, doch erwies sich der mobile Regenschutz langfristig als Segen. Seit einigen Jahren verzeichnet das Sommerkino Jahr für Jahr Rekordbesucherzahlen. Schon jetzt lässt sich absehen, dass dies auch am 21. August mitgeteilt werden kann, wenn nach der letzten Freiluftkino-Vorstellung Bilanz gezogen wird.

Gestern Abend startete mit Einbruch der Dunkelheit also die Jubiläumssaison des Sommerkinos im Landschaftspark, das seit einigen Jahren vom Hauptsponsor Stadtwerke den Zusatznamen bekommen hat (der Bericht über den Kinoabend, der gegen Mitternacht endete, erscheint morgen im Duisburger Kulturteil). Heute Abend, morgen Abend und am Samstagabend sind drei Highlights des gesamten Programms zu erleben: Das Stadtwerke-Sommerkino präsentiert "Saftey Last" mit Harold Lloyd in der Hauptrolle. Der 1923 gedrehte Film wird hierzulande unter dem Titel "Ausgerechnet Wolkenkratzer!" geführt.

Der Film selber hat zwar keine Tonspur, dafür wird er musikalisch aber live begleitet. Und diese Begleitung ist eine ganz besondere. Kein Geringerer als Carl Davis schrieb die Musik zu diesem Stummfilmklassiker. Und Carl Davis wird persönlich 30 Duisburger Philharmoniker bei der Begleitung von "Safety Last" dirigieren. Gestern fand in der Gießhalle die Generalprobe statt.

Carl Davis, 1936 in New York geboren und seit 1961 Londoner, ist ein Altmeister der Filmmusik. Er schrieb die Musik zu 100 (!) Fernsehserien und erfuhr internationale Anerkennung für seine Nachvertonung von Stummfilmen. So konnte er 1979 einen großen Erfolg mit "Napoléon" von Abel Gance feiern. Für seine Filmmusik zu "Die Geliebte des französischen Leutnants" wurde er 1981 mit einem British Academy Film Award und einer Grammy-Nominierung ausgezeichnet. Anlässlich des 150. Jahrestages der Gründung des Royal Liverpool Philharmonic Orchestera, dessen Leiter Davis 1993 wurde, schrieb er zusammen mit Paul McCartney das "Liverpool Oratorio". Bei der Neukomposition des Soundtracks von "Safety Last" hat sich Carl Davis von der populären Musik der 1920er Jahre inspirieren lassen.

"Safety last!" ist eine Perle unter den frühen Hollywood-Filmen. Zu den Höhepunkten der "Thrill Comedy" gehört eine der berühmtesten Szenen der gesamten Kinogeschichte: Harold Lloyd baumelt (der Strohhut fällt nicht!) in schwindelnder Höhe an einem großen Uhrzeiger. Für die drei Filmkonzerte gibt es noch wenige freie Plätze - wie für die meisten Vorstellungen im Sommerkino. Durch die Bereinigung von Fehlbuchungen und durch Rückläufe hat man die Chance, Karten für Vorstellungen zu bekommen, die eine Zeit lang als ausverkauft galten. Restlos ausverkauft sind nach gestrigem Stand folgende Filme: Der geilste Tag (18. Juli), Ich bin dann mal weg (20. Juli), The Nice Guys (22. Juli), Birnenkuchen mit Lavendel (23. Juli), Junges Licht (27. Juli), Das brandneue Testament (28. Juli), Ice Age 5 (30. Juli), Ein Mann namens Ove (3. August), Star Wars (5. August), Ein ganzes halbes Jahr (9. August), Independence Day (12. August)), Monsieur Claude und seine Töchter (13. August) und Man lernt nie aus (17. August).

Allerdings lohnt es sich, auch bei diesen Filmen kurz zuvor nachzufragen, ob es Rückläufer gibt. Infos gibt es an der Kasse im Filmforum am Dellplatz 16 (das in diesem Sommer wie erstmals im vergangenen Jahr wieder durchspielt) oder online unter www.stadtwerke-sommerkino.de

Quelle: RP
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