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Duisburg
Sommerliche Orgelkonzerte in Hamborn gekrönt

Duisburg. Die sechs Sommerlichen Orgelkonzerte in der evangelischen Friedenskirche Hamborn, jeden Mittwoch in den Sommerferien, sind für 2017 nun auch schon wieder Geschichte. Peter Stockschläder hatte die traditionsreiche Reihe für dieses Jahr gerettet, da die Kreiskantorin Tiina Henke erkrankt ist. Von Ingo Hoddick

Genau genommen hießen die Abende diesmal "Sommerliche (Orgel-)Konzerte", denn im dritten Konzert am 2. August spielten Johanna Kloppert (Blockflöten und Barockvioline) und Andreas Boos (Tasteninstrumente), und im vierten Konzert am 9. August schwieg die Königin der Instrumente ganz, denn da gaben Evelyn Ziegler (Sopran) und Susana Feige (Harfe) einen sommerlichen Liederabend. Erstmals in Hamborn zu erleben war im zweiten Konzert am 26. Juli ein Stummfilm mit Orgelbegleitung: Otto Maria Krämer improvisierte zu "Der Glöckner von Notre Dame". Natürlich gab es auch ganz "normale" Orgelkonzerte, so dass insgesamt ein runder und angemessener Jahrgang zustande kam.

Den krönenenden Abschluss im sechsten Konzert gestaltete jetzt Christian Gerharz, geboren 1969 in Koblenz und seit 1995 hauptamtlicher Kirchenmusiker an der Klosterkirche "Zu Unserer Lieben Frau" und an St. Johannes Evangelist in Oberhausen.

Gerharz begann mit den ersten beiden Sätzen aus der spätromantischen Sonate Nr. 11 d-Moll op. 148 (1887) von Joseph Gabriel Rheinberger, darunter die ziemlich bekannte "Cantilene". Dann kam das romantische Vorbild mit der Sonate Nr. 2 c-Moll (1831/39/44) aus op. 65 von Felix Mendelssohn und danach ganz schlüssig die originelle Partita über "Morgenglanz der Ewigkeit" von Arnold Mendelssohn (1855-1933), einem Großneffen von Felix Mendelssohn, die den Choral auch mal mit in ein "Marschtempo" nimmt.

Eher überflüssig erschienen die beiden folgenden Bearbeitungen von Orchesterwerken. Das Entscheidende an drei Sätzen aus der Suite "L'arlésienne" von Georges Bizet (hier arrangiert von dem gebürtigen Duisburger Jörg Abbing) und dem beliebten langsamen Satz aus der Sinfonie Nr. 9 "Aus der der neuen Welt" von Antonín Dvorák (bearbeitet von Stuart Foster), nämlich neben den schönen Melodien die überlegene Klangfarben-Dramaturgie, kommt auf der Orgel kaum herüber.

Den heiteren Abschluss bildeten drei Sätze aus einer Tanzsuite des 1955 geborenen Hamburger Komponisten Andreas Willscher, nämlich "Charleston", "Foxtrott" und eine "Gigue hamburgeoise", die wie ein Seemannstanz wirkte. Da war keine Zugabe mehr nötig, zumal Christian Gerharz mit guten Registrierungen - vorzüglich an den gerade mal 22 klangvollen Registern der Hamborner Eule-Orgel - und lebhaftem Ansatz für viel Zufriedenheit sorgte.

Quelle: RP
 
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