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Unsere Woche
Sorgen um den Duisburger Zoo

Duisburg. Die Anteilnahme der Duisburger nach der Loveparade-Katastrophe war riesig, das Interesse am gestern begonnenen Prozess dagegen eher gering. Das mag an dieser langen Zeit liegen, die seit dem Unglück vergangenen ist, mehr aber noch an der Tatsache, dass zwei Jahre danach die Bürger den damaligen Oberbürgermeister aus dem Amt gejagt und damit für sich einen Schlussstrich gezogen haben. Ob juristisch oder politisch verantwortlich - das macht nach wie vor für diejenigen keinen Unterschied, die zudem der Meinung sind, dass man eh immer die Großen laufenlässt und die Kleinen hängt...... Man kann es sich wirklich einfach machen!

Überraschende Nachricht gestern vom Kaiserberg: Der Aufsichtsratsvorsitzende des Zoos gibt sein Amt ab. Dr. Joachim Bonn begründet dies mit den vielen Aufgaben, die er als Sparkassenchef wahrzunehmen hat. Doch dahinter steckt mehr. Bekanntlich muss die Stadt ihre Tochter Zoo überraschend mit mehr als vier Millionen Euro unter die Arme greifen, unter anderem, weil die Rückstellungen für Mitarbeiter für Vorruheständler nicht ausreichen. Der Aufsichtsratsvorsitzende war darüber vorab vom Zoo-Vorstand angeblich nicht informiert worden. Und das klingt glaubhaft. Denn Bonn hätte sofort reagiert, denn beim Thema Rückstellungen ist er wegen seiner Sparkassenarbeit absolut sattelfest. Dass ein solcher Vertrauensbruch zu personellen Konsequenzen bei der Zooleitung führen wird, ist sehr wahrscheinlich. Allerdings wollen die Aufsichtsratsmitglieder zunächst abwarten, was bei der Sonderprüfung herauskommt.

hildegard.chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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