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Duisburg
Sparkassenchef gibt Vorsitz im Zooaufsichtsrat ab

Duisburg. Dr. Joachim Bonn, Sparkassenchef in Duisburg, hatte in der Vergangenheit schon mehrfach im kleinen Kreis geäußert, dass die Arbeit als Aufsichtsratsvorsitzender im Zoo sehr zeit- und arbeitsaufwändig sei und ihm aufgrund seiner zahlreichen anderen beruflichen Verpflichtungen dafür eigentlich die Zeit fehle. Insofern ist die Nachricht, dass er gestern den Aufsichtsratsvorsitz niedergelegt hat (mit Wirkung zum 5. Januar) nicht überraschend.

Und gleichfalls nicht erstaunlich: Sein Nachfolger am Kaiserberg wird Marcus Vunic. Der Jurist leitet noch das Ratsbüro der Stadt und wird wie berichtet in den Vorstand des Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzerns wechseln. Das Unternehmen wiederum stellt gerade die Weichen, um den Zoo dauerhaft unter seine Fittiche zu nehmen und damit die Stadt finanziell zu entlasten. Vunic gehört dem Aufsichtsrat bereits als Vertreter des Oberbürgermeisters an.

Der Sparkassenchef stellte gestern klar, dass mit seinem Rückzug keineswegs das finanzielle Engagement der Sparkasse für den Zoo endet. "Unabhängig von dieser persönlichen Entscheidung werden die enge Verbindung von Sparkasse und Zoo sowie die Rolle der Sparkasse als jahrzehntelanger, zuverlässiger Partner und Großspender (in diesem Jahr nahezu 400.000 Euro) unverändert bleiben", heißt es dazu wörtlich in einer Presseklärung des Zoos. Mit Marcus Vunic sei gewährleistet, "dass die geplante Integration des Zoos in den DVV-Konzern weiterhin erfolgreich umgesetzt werden kann", so Joachim Bonn in der Stellungnahme. Ob die Sparkasse künftig noch im Aufsichtsrat des Zoos sitzen wird, wurde gestern nicht bekannt.

Der Aufsichtsrat befasste sich gestern allerdings nicht nur mit Personalien, sondern vor allem mit dem heiklen Finanzproblem des Zoos. Bekanntlich musste der Rat der Stadt in seiner Dezembersitzung zustimmen, dass demTierpark 4,1 Millionen Euro überwiesen werden müssen, um einen Konkurs abzuwenden. Mit diesem hohen Betrag war nicht gerechnet worden. Er ergab sich, weil das schlechte Ferienwetter für geringere Besuchereinnahmen gesorgt hatte und weil höhere Pensionsrückstellungen notwendig wurden, nachdem statt der erwarteten vier Mitarbeiter zehn Vorruhestandsverträge unterzeichnet hatten.

Von diesem Fehlbetrag wurde nicht nur der Rat überrascht, sondern auch die Aufsichtsratmitglieder, heißt es. Zu einer Debatte über das Zustandekommen des hohen Fehlbetrags kam es gestern allerdings nicht. Das Gremium unterließ es zudem, die Frage zu erörtern, wer zu welchem Zeitpunkt über die Entwicklung informiert gewesen ist. Der Aufsichtsrat verständigte sich stattdessen darauf, das Ergebnis der mit der Ratssitzung in Auftrag gegebenen Sonderprüfung abzuwarten. Von ihr erhoffen sich die Mitglieder in zwei, drei Monaten Hinweise darauf, wie es zu dem hohen Fehlbetrag kommen konnte und ob dafür Zoodirektor Winkler und/oder sein Finanzfachmann Hamacher verantwortlich zu machen sind und dafür dann die Konsequenzen zu tragen haben.

(hch)
 
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