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Duisburg
SPD kündigt FOC-Ausstieg an

Das geplante Outlet-Center in Duisburg - eine Chronologie
Das geplante Outlet-Center in Duisburg - eine Chronologie FOTO: Douvil
Duisburg. Die Verwaltung informiert die Politiker am Montag in nicht-öffentlicher Ratssitzung über die scheinbar unlösbaren Probleme bei der Planung. SPD-Fraktionschef Mettler forderte gestern Klarheit. Von Hildegard Chudobba

Während die Investoren des Factory Outlet Centers (Douvil GmbH) gestern Vertreter der Stadt davon überzeugen wollten, dass sich die Einkaufsstadt trotz der Nähe zu dem Chemieunternehmen Grillo und auch bei einem Störfall dort sicher betreiben lässt (wir berichteten), ist der Abschied eingeläutet. Die SPD-Fraktion äußerte sich gestern zutiefst verärgert über den Stillstand bei der Realisierung des Factory Outlet Centers in Hamborn und macht dafür den Projektentwickler, die Douvil GmbH, verantwortlich. Sie könne seit Jahren augenscheinlich keine nennenswerten Fortschritte vorweisen und warte aktuell mit abenteuerlichen Plänen bei möglichen Störfällen bei Grillo auf. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Mettler: "Die aktuelle Situation bei diesem Projekt ist unerträglich. Wir erwarten einen Durchbruch und eine realistische Einschätzung, ob und wie es weitergeht. Wenn diese nicht gegeben werden kann, müssen wir die Reißleine ziehen und aus dem Projekt aussteigen." Die SPD-Fraktion bitte die Verwaltung, die Realisierungschancen des Projektes letztmalig auf den Prüfstand zu stellen und dem Rat kurzfristig Klarheit zu verschaffen. Dabei soll auch das vereinbarte Rücktrittsrecht bei den Verträgen einbezogen und damit ein Ausstieg aus dem Projekt ermöglicht werden.

Genau dieses hat die Verwaltung bereits getan. Sie legt dem Rat am Montag in nicht-öffentlicher Sitzung eine Stellungnahme vor. Darin weist sie dem Projektentwickler den Schwarzen Peter zu, weil er immer wieder unvollständige Gutachten vorgelegt oder Fristen habe verstreichen lassen. Die Stadt komme vorzeitig aus dem Vertrag, wenn ein Verschulden des Investors vorliege. In der Vorlage wird festgestellt, dass laut Gutachten die nun vorgeschlagenen Schutzplanen zwischen den einzelnen Gebäuden des FOC (wir berichteten) im Fall eines Giftgasalarms bei Grillo die Gefahr für die Besucher des offen gebauten Einkaufszentrums nur mindern könnten. Aber im schlimmsten aller Fälle müssten innerhalb von rund eineinhalb Minuten 9000 Menschen fliehen können. Von denen aber - so zeigten Simulationen - könnten rund 2800 nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Einzige Lösung sei, das FOC "einzuhausen", also in geschlossener Bauweise zu errichten. Probleme sehen die Experten der Stadt weiterhin in der Verkehrsbelastung, die ein solches, stark frequentiertes Zentrum verursachen wird. Die Kreuzung an der Rhein-Ruhr-Halle (Duisburger Straße/Walter-Rathenau-Straße/Abfahrt A59) könne nur bei baulicher Veränderung die Masse an Autos "verkraften". Die Stadt erwartet nun von "Douvil" innerhalb eines Monats den Nachweis mittels Simulation, dass dieses Problem gelöst werden kann. Zudem erwartet sie ein Gutachten, wie das Gelände entwässert werden soll. Dazu müsste die Gebäudeanordnung überarbeitet werden. Freibereiche zum Aufenthalt kann es aus Sicht der Stadt nicht geben. SPD-Fraktionschef Mettler legt Wert darauf, dass im Fall des Scheiterns Alternativen für den Standort rund um die Zinkhüttensiedlung, der Rhein-Ruhr-Halle und des ehemaligen Stadtbades erarbeitet werden.

Quelle: RP
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