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Duisburg
SPD trauert um Altbürgermeister Genender

Duisburg. Alt-Bürgermeister Friedel Genender ist tot, er starb am Freitagabend, Ende des Monats wäre er 85 Jahre alt geworden. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat vor allem bei Duisburgs Sozialdemokraten Trauer und Betroffenheit ausgelöst.

"Wir verlieren mit Friedel Genender die mit Sicherheit bekannteste und prägendste Persönlichkeit der Rheinhauser Sozialdemokratie in den letzten Jahrzehnten, darüber hinaus aber auch einen wertvollen Ratgeber, verlässlichen Weggefährten und lieben Freund", würdigte gestern Ortsvereinsvorsitzender Dirk Smaczny den Verstorbenen. Der Duisburger SPD-Parteivorsitzende Ralf Jäger und SPD-Fraktionsvorsitzender Herbert Mettler äußerten gestern unisono: "Wir trauern um einen streitbaren Demokraten und guten Freund. Unser Mitgefühl gehört seiner Frau und seinen Angehörigen."

Genender war viele Jahre einer der führenden Köpfe in der Duisburger SPD. Ob als Ratsherr oder Bürgermeister - 27 Jahre lang - setzte er seine eigenen Akzente. Durch diese repräsentative Tätigkeit, durch seine zahlreichen Aufsichtsratsämter in städtischen Gesellschaften und in Vereinen (Genender war ein Mann des Sports, nahm als aktiver Ringer sogar an Deutschen Meisterschaften teil) war sein Bekanntheitsgrad besonders hoch. Der gebürtige Meidericher, dessen Vater lange Zeit als Bierkutscher tätig war, zog Anfang der 1930er Jahre mit seinen Eltern nach Hochemmerich, arbeitete als technischer Zeichner bei Diergardt-Mevissen, absolvierte eine Schlosserlehre in der dortigen Zentralwerkstatt, studierte und wurde Ingenieur, führte zuletzt erfolgereich eine große Versicherungsagentur, die er aus Altersgründen schließlich an seinen Sohn übergab.

Bei seiner Rede zum 60. Geburtstag von Friedel Geneder schilderte der damalige Oberbürgermeister (und Parteifreund) Josef Krings, dass "Friedel vorübergehend zwischen allen Stühlen" saß. Als Rheinhauser kämpfte er gegen die Eingemeindung, und wenn im Stadtwesten als Bürgermeister der Stadt auftrat, sei er ausgepfiffen worden. Diesen Spagat bewältigte der Sozialdemokrat allerdings souverän.

1964 trat Genender in die SPD ein, "ermutigt" von Friedel Neuber, dem späteren WESTLB-Chef. In der Partei wurden seine Intelligenz und sein Fleiß schnell "entdeckt", so dass Genender immer mehr Führungspositionen der Partei übernahm, nach der Rheinhauser Eingemeindung auch in der Duisburger SPD. Dort wusste man zu schätzen, dass Genender ein Garant für beste Ergebnisse bei Kommunalwahlen war, 70 Prozent und mehr für seine Partei holen konnte.

2002 gab Friedel Genender aus Altersgründen sein Bürgermeisteramt ab. Zwei Jahre später verzichtete er auf eine erneute Ratskandidatur und zog sich Schritt für Schritt ins Privatleben zurück, ohne seine Partei dabei aus den Augen zu verlieren. "Friedel Genender hat sich in vielen Bereichen für die Stadt und ihre Menschen eingesetzt. Doch er hat Politik nicht nur betrieben, er hat sie quasi gelebt. Bis zuletzt und trotz angeschlagener Gesundheit hat er uns auf vielfache Weise stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Er wird uns fehlen", sagte gestern Rainer Friedrich, SPD-Bezirksverbandvorsitzender im Westen.

(hch)
 
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