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Riss in Seilverankerung
A40-Rheinbrücke bei Duisburg bleibt mehrere Tage voll gesperrt

Sperrung der A40-Rheinbrücke bei Duisburg auf unbestimmte Zeit
Der Landesbetrieb Straßen.NRW zog Mittwochnachmittag die Reißleine: Weil Schäden an der Autobahnbrücke zwischen Homberg und Neuenkamp entdeckt wurden, musste sie in beide Richtungen voll gesperrt werden – und das mindestens bis Anfang nächster Woche. Von Mike Michel und Christoph Reichwein, Duisburg

Rund 100.000 Autos und 10.000 Lkw fahren jeden Tag in Richtung Niederlande beziehungsweise vom linken Niederrhein ins Ruhrgebiet über diese Brücke. Wegen der Arbeiten an der Brücke gibt es dort täglich zum Teil längere Staus. Die Sperrung dürfte die ohnehin angespannte Situation weiter verschärfen.

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Der Verkehr wurde Mittwoch ab 17 Uhr an der Ausfahrt Duisburg-Rheinhausen von der Autobahn geleitet, auf der anderen Rheinseite ging's nur noch bis zur Anschlussstelle Duisburg-Häfen. "Beim üblichen Monitoring haben Experten festgestellt, dass es einen Riss in einer Seilverankerung gibt", erklärte am Mittwoch Ingrid Scholz, Sprecherin des Landesbetriebs. Die Verankerung der stählernen Schrägseile gilt als sensible Stelle des Bauwerks. Betroffen sein sollen die ersten beiden Seile der Brücke auf Homberger Seite. Experten sahen sich am Mittwoch die Schäden im Seileinleitungsbereich an.

"Bis Anfang nächster Woche auf jeden Fall"

Die gesperrte A40-Rheinbrücke FOTO: dpa, mg vge

Klar ist: Zur sicheren Befestigung der Seile sind umfangreiche Schweißarbeiten notwendig. Weil aber selbst für die Fachleute erst einmal nicht bis ins Detail bekannt ist, mit welchem Material und bei welcher Temperatur geschweißt werden muss, lässt sich noch nicht genau sagen, wie lange die Brücke noch gesperrt bleiben muss. "Bis Anfang nächster Woche auf jeden Fall", erklärte die Sprecherin von Straßen.NRW Mittwochnachmittag auf Anfrage. Ob diese Zeitspanne ausreicht, bleibt erst einmal abzuwarten.

Die Dauer der Arbeiten und der damit verbundenen Sperrung hänge "von der weiteren Schadensentwicklung" ab, so der Landesbetrieb.

Die neue Brücke soll größer werden als die alte. Mit 800 Metern Länge und einer Höhe von 73 Metern sind die Ausmaße gewaltig. FOTO: Keipke Architekten

Um eine Überlastung innerstädtischer Ausweichstrecken und längere Staus zu vermeiden, empfiehlt Straßen.NRW, die Brücke weiträumig zu umfahren. In Richtung Essen sollte auf die A57, A42 und A59 beziehungsweise die A3 ausgewichen werden, in Richtung Venlo über die A59 und A3, dann über die A42 und A57. Der Verkehr aus Richtung Süden soll die A44 und die A52 nutzen als Verbindung von der A57 auf die A3.

Auch Buslinien betroffen

Betroffen sind auch die rheinüberschreitenden Busse der Linien 926 und 928 der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG). Sie müssen bis voraussichtlich Montagmorgen, 7. August, 5 Uhr, eine Umleitung fahren. Die Sperrung hat zur Folge, dass die Buslinien innerstädtisch über Rheinhausen beziehungsweise Ruhrort umgeleitet werden müssen.

Die Busse der Linie 926 fahren in Fahrtrichtung innerstädtisch über Rheinhausen. Ab Haltestelle "Marientor" über Plessingstraße, Marientorstraße, Unterstraße, Vulkanstraße, Werthauser Straße, Sedanstraße, Rudolf-Schock-Straße, über die Brücke der Solidarität bis zur Haltestelle "Essenberg Rheinbrücke". Ab dort fährt die Linie den normalen Linienweg. In Gegenrichtung wird die Umleitung entsprechend gefahren.

Die Busse der Linie 928 Richtung Asterlagen fahren innerstädtisch über Homberg und Ruhrort. Ab Haltestelle "Marientor" über den Autobahnzubringer bis Verteilerkreis "Kaßlerfeld", über den Karl-Lehr-Brückenzug (Ruhrorter Straße) bis zur Haltestelle "Essenberg Brücke". Ab dort weiter über den normaler Linienweg. In Gegenrichtung wird die Umleitung entsprechend gefahren.

"Das kostet Zeit und Geld" 

Bei der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer ist die Sorge groß: "Die Vollsperrung betrifft, neben vielen tausend Pendlern täglich, vor allem unseren Logistik-Standort", erklärte Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. Die Sperrung verzögere Transporte. "Das kostet Zeit und Geld und kann vor allem bei just-in-time-Transporten ganze Wertschöpfungsketten treffen."

Die IHK fordert, die übrigen Baustellen auf Straßen auf die Sperrung abzustimmen. "So schaffen wir wenigstens Planungssicherheit für die Unternehmen. Sie müssen wissen, was auf sie zukommt", so Dietzfelbinger. Die Sperrung sei ein deutliches Warnsignal, dass wir uns auf eine solche Sperrung immer wieder auch sehr kurzfristig einstellen müssten. "Darauf sollten wir vorbereitet sein", so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Wie berichtet, laufen bereits die Vorbereitungen für einen Brückenneubau. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Gesellschaft (DEGES) ist damit schon seit längerem befasst. Geplant ist, mit dem Bau einer achtspurigen Brücke 2020 zu beginnen. Dann soll zunächst bis 2023 eine Hälfte gebaut werden, die andere Hälfte bis 2026.

 
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