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Duisburg
Spielkorb: Standhafter Zinnsoldat seit 40 Jahren

Duisburg. Das städtische Kulturprogramm für junge Leute macht Duisburg zur Pionierstadt des Kinder- und Jugendtheaters. Von Peter Klucken

1976, das war das Jahr, in dem die Wunden der kommunalen Neugliederung noch bluteten. Besonders in Rheinhausen war bei vielen der Unmut groß, dass die vorher selbstständige Stadt nur noch ein Stadtteil von Duisburg sein soll. Der "Spielkorb" sollte dazu beitragen, mit seinem Kulturangebot für junge Leute die Grenzen zwischen den städtischen Bezirken und vor allem die natürliche Grenze, die der Rhein bildet, zu überwinden. Auch vor diesem Hintergrund kann man den Geburtstag des "Spielkorbs" sehen, der nun mit einem großen Jubiläumsprogramm sein 40-jähriges Bestehen feiert. - An all das erinnerte gestern bei einem Pressegespräch im Stadttheater Elke Bruckmann, die seit 1989 das Spielkorb-Programm federführend organisiert.

Elke Bruckmann erwähnte in der Rückschau viele Namen, die im Laufe der Jahre das ziemlich einzigartige städtische Kulturprogramm für junge Leute prägten. Dazu gehört wohl an erster Stelle Dr. Konrad Schilling, der 1976 Kulturdezernent von Duisburg wurde und sich für den "Spielkorb" stark machte. Diese Veranstaltungsreihe habe in der Stadt viele kulturelle Impulse gesetzt, sagte Kulturdezernent Thomas Krützberg, der auch in seinem vorherigen Amt als Jugendamtsleiter mit dem "Spielkorb" zahlreiche Berührungspunkte hatte. Eng mit dem Duisburger "Spielkorb" verbunden sind vor allem die Kinder- und Jugendtheater. Das Kom'ma-Theater, das früher Reibekuchen-Theater hieß, kann mit dem Spielkorb zusammen Geburtstag feiern. Auch das Theater Kreuz und Quer sowie Tom Teuer sind mit dem "Spielkorb" in die Jahre gekommen, ohne an Frische zu verlieren.

Höhepunkte des Jahresprogramms sind stets die Festivals "Kaas und Kappes" und "Spielarten", die ungewöhnliche Gastspiele für junge Leute aus der gesamten Bundesrepublik und den Niederlanden nach Duisburg bringen. Die Duisburger Kindertheaterszene und die Gastspiele bei den Festivals trügen dazu bei, so Schauspiel-Intendant Michael Steindl, dass Duisburg im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters eine herausragende Stellung in ganz Deutschland einnehme. Mit zum "Spielkorb"-Angebot gehören auch Angebote im Bereich der Bildenden Kunst. Elke Bruckmann hob beim Pressegespräch die Arbeit des inzwischen verstorbenen Künstler-Ehepaars Erika und Friedebert Reihl hervor; eine Arbeit, die jetzt von ihrem Sohn Jörg Reihl fortgesetzt wird.

67 Seiten umfasst die Broschüre mit dem Jubiläumsprogramm. Gestartet wird damit am Mittwoch, dem 31. August, um 18 Uhr, mit einem kleinen Festakt im Stadttheater. Im Anschluss wird, durchaus symbolträchtig, das Märchen von Hans Christian Andersen "Der standhafte Zinnsoldat" als Gastspiel des Meininger Theaters aufgeführt.

Bereits am Vormittag, 11 Uhr, spielt das Kom'ma-Theater im Stadttheater "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor", ein Stück, bei dem das Thema Demenz kindgerecht angesprochen wird. Karten für den Vormittag und den Abend gibt es für fünf Euro (Kinder) und acht Euro (Erwachsene) im Servicebüro des Stadttheaters, Tel. 0203/ 28362100. Die Programmbroschüre liegt zum Mitnehmen ebenfalls im Theater und anderswo aus.

Quelle: RP
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