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Duisburg
Spitzenjazz scheitert an Hallen-Miete

Duisburg: Spitzenjazz scheitert an Hallen-Miete
Die WDR Big Band hat Weltklasse-Format. FOTO: busch
Duisburg. Der Duisburger Veranstalter Eckart Pressler ist erbost über "Hinhaltetaktik" und mangelnde Unterstützung für ein Kulturhighlight. Geplantes Konzert mit WDR Big Band, Vince Mendoza und Antonio Sánchez wurde jetzt abgesagt. Von Peter Klucken

Der Duisburger Konzert-Veranstalter Eckart Pressler hatte schon alles eingestielt. Eine hochkarätige Jazz-Reihe wollte er im Kleinen Saal der Mercator-Halle durchführen. Unter dem Titel "Mercator Jazz" sollten bekannte Jazz-Musiker viermal im Jahr in der "wiedererwachten" Mercator-Halle gastieren. Dafür hatte sich Pressler mit kompetenten Veranstaltungspartnern zusammengeschlossen. Zum einen mit Peter Baumärtner, Organisator der bedeutenden Hildener Jazztage, und Lucas Schmidt, Manager der WDR Big Band.

Peter Joppa pocht auf Wirtschaftlichkeit. FOTO: Reichwein

Die Vorbereitungen waren schon so weit gediehen, dass eine Pressekonferenz im Rathaus anberaumt wurde, bei der Pressler zusammen mit dem Dezernenten Thomas Krützberg die neue Reihe vorstellen wollte. Doch daraus wurde nichts. Wenige Stunden vor dem geplanten Beginn des Pressegesprächs wurde selbiges abgesagt; und mit dem Pressegespräch auch die gesamte geplante Jazz-Reihe, die am 10. Dezember vielversprechend starten sollte: Mit einem Konzert der WDR Big Band sowie Vince Mendoza und Antonio Sánchez. Mit Vince Mendoza hätten einer der besten Arrangeure und Big-Band-Leiter unserer Zeit und mit Antonio Sánchez ein Grammygewinner und Haustrommler von Pat Metheny auf der Bühne stehen können. Die WDR Big Band besitzt anerkanntermaßen Weltklasse-Format. Das Ganze ist - natürlich - am Geld gescheitert. Nach Darstellung von Eckart Pressler habe er sich mit dem Geschäftsführer des Duisburg Kontors, Peter Joppa, nicht auf eine Hallenmiete einigen können, die bei der Etablierung der Jazz-Reihe vertretbar gewesen wäre. Offenbar hat Joppa einen Mietnachlass von zehn Prozent nur für das erste Konzert angeboten. Von Mietnachlässen für weitere Konzerte könne nach Joppas Auffassung aber keine Rede sein. Pressler ist der Meinung, dass ein zehnprozentiger Nachlass auf die Hallenmiete von 4000 Euro beim Aufbau einer neuen Kulturreihe ohnehin zu wenig ist. Dass darüber hinaus weitere Mietermäßigungen nach Auskunft von Joppa nicht möglich seien, empört Pressler, der von einer Hinhaltetaktik spricht, die ihn bis zuletzt im Glauben gelassen habe, die Konzertreihe durchführen zu können.

Joppa vertritt den Standpunkt, dass er die Mercatorhalle wirtschaftlich vermarkten müsse. Preisnachlässe "wie auf dem orientalischen Markt" seien da nicht drin. Auf den Vorhalt, dass durch diese Haltung ein kulturelles Highlight in Duisburg, das auch dem Image der Mercator-Halle guttun würde, nicht stattfinden kann, meint Joppa, dass er für Kultur nicht zuständig sei. Kulturdezernent Thomas Krützberg sagt, dass er sich ins "operative Geschäft" nicht einmischen könne. Er könne die Initiative von Eckart Pressler nur ideell, aber nicht materiell unterstützen. Gelder aus dem Kulturetat könnten für den Mercator-Jazz nicht fließen.

Quelle: RP
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