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Wasserball
Der Wasserball-Gegenentwurf

Duisburg. Am Wochenende startet der ASC Duisburg in die neue Saison. Ein Titel bleibt das Ziel - anders als die Konkurrenz wird auf Kontinuität gesetzt. Von Sandra Goldmann

Wochenlang sind sie im Sommer nur geschwommen. Kein Ball, kein Tor, wenig Spaß. Zur Vorbereitung auf die am Wochenende beginnende Saison in der Deutschen Wasserball-Liga gehört diese Quälerei für den ASC Duisburg dazu. Die Belohnung für die harte Arbeit soll es im kommenden Frühsommer geben - am liebsten in Form eines Titels.

Das Ziel für die anstehende Spielzeit ist jedenfalls wieder klar formuliert. "Wir haben mindestens sechs Nationalspieler im Team. Da muss es unser Anspruch sein, im Finale um die Meisterschaft zu spielen und nach Möglichkeit mindestens einen Titel zu holen", stellt Kapitän Julian Real klar. Einfacher wird es die finanzstarke Konkurrenz den Amateuren nicht machen. Das wissen auch die Duisburger. "Die Ausgangslage hat sich verschlechtert. Spandau und Waspo haben sich noch einmal verstärkt", erklärt Real. Der Frust über die mit Geldspritzen gedopten Kontrahenten hält sich jedoch in Grenzen. Im Gegenteil, wie in den Vorjahren soll sich das zusammengekaufte Team von Waspo 98 Hannover dem eingeschworenen Haufen des ASCD beugen müssen. "Wir werden jedes Jahr vor eine andere Aufgabe gestellt, die wir wieder knacken müssen. Aus meiner Sicht macht es das nur interessant", sagt Nils Illinger. Auch Teamkollege Moritz Schenkel sieht die Angriffsversuche der Konkurrenz als besondere Herausforderung: "Es wäre doch irgendwie langweilig, wenn Hannover es nicht immer wieder versuchen und sich verstärken würde. Wir haben gesehen, wie es in den vergangenen beiden Jahren gelaufen ist, und wir werden zusehen, dass wir auch im dritten, vierten oder fünften Anlauf die Angriffe abblocken können."

Auch Rekordmeister Spandau setzt kaum noch auf deutsche Spieler. Die Duisburger bleiben der Gegenentwurf zum Einkaufswahn der anderen Topteams. Nur zwei neue Gesichter sind auf dem aktuellen Mannschaftsfoto zu sehen. Bela Basso, ein weiteres großes Talent aus dem eigenen Nachwuchs, und Bastian Schmellenkamp: Der einzige externe Zugang kam vom SV Krefeld 72. "Unser großer Vorteil ist es, dass wir als Mannschaft so zusammengeblieben sind. Bastian ist neu dabei, er passt aber ganz genau in unser Konzept und in unser Team", schwärmt Trainer Peter Dubinak, der großes Vertrauen in seine Mannschaft hat. "Ich will wieder beweisen, dass mit deutschen Spielern alles machbar ist."

Für Frust sorgte in den vergangenen Monaten eine andere Entwicklung. Im Sommer mussten die Amateure die Erfahrung machen, dass viele heimische Talente den hohen Aufwand, den die Sportart auf diesem Niveau erfordert, nicht mehr betreiben wollen. "Viele von den Spielern, die wir angesprochen haben, wollen diesen Einsatz gar nicht mehr bringen", ärgert sich Julian Real. Umso glücklicher sind die Duisburger, dass sie mit Bastian Schmellenkamp einen starken Zugang von ihrem Konzept überzeugen konnten. "Man merkt sofort, dass die Qualität hier im Training eine ganz andere ist. Ich kann mir von den erfahrenen Spielern viel abgucken und dadurch nur besser werden", sagt der 20-Jährige. Gemeinsam sollen die gesteckten Ziele erreicht werden. Dazu wollen die Schwarz-Gelben gleich von Beginn an Vollgas geben. Das erste Topduell steht bereits am 19. November an. Dann kommt Rekordmeister Spandau ins Duisburger Schwimmstadion. Hannover reist am 4. Februar an. "Wir gucken, dass wir auf den Punkt bereit sind für die Spiele gegen Spandau und Waspo. Das ist das A und O. Wir wollen uns in diesen Spielen das Heimrecht für die Play-offs sicher", verspricht Moritz Schenkel. Denn dann soll sich die harte Arbeit auszahlen - eben am liebsten in Form eines Titels.

Quelle: RP
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