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Lokalsport
Drei Tage Kult

Fechten. 39. Montanturnier: In der Sporthalle an der Krefelder Straße finden 3000 Gefechte statt. Das Kulturangebot "Stahl und Feuer" kommt an. Von Tobias Knüfermann

Sarah Woldt antwortet kühl und trocken: "Das Turnier ist einfach Kult." Die 15-Jährige aus der Fechtabteilung von Eintracht Duisburg nimmt zum fünften Mal am Internationalen Montan-Turnier teil und versucht den Stellenwert des Turniers, das in diesem Jahr bereits seine 39. Auflage findet, zu beschreiben: "Es ist für den Verein das große Highlight des Jahres. Das gilt auch für mich." Mit der Aussage steht sie nicht allein da. Auch Teamkollegin Sophia Engel (15) und Annika Schmitz (13) sind sich einig: "Die drei Tage sind was ganz Besonderes. Auch dass immer so viele internationale Fechter dabei sind, macht das Turnier für Duisburg spannend."

Die vierte Teamkollegin im Bunde, Laura Adler (15), hört sich die Aussagen genau an, wirkt dabei aber sichtbar traurig. Das größte Talent der Mannschaft, das im März noch an der Deutschen Meisterschaft teilgenommen hatte , musste in den letzten drei Tagen mit einer dicken Grippe aussetzen: "Das ist echt schade und traurig, aber 2018 bin ich mit Sicherheit wieder auf der Planche. Darauf freue ich mich jetzt schon."

So weit mit den Gedanken waren die Veranstalter bei der gestrigen Siegerehrung noch nicht. Bevor im Mai 2018 das nächste Jubiläum des traditionsreichen Turniers gefeiert werden kann, galt es, die 39. Auflage über die Bühne zu bringen. Und das machten die Eintrachtler an Pfingsten, wie gewohnt, souverän und routiniert. Allein schon das gemütlich eingerichtete Ambiente im Foyer der Sporthalle Krefelder Straße in Rheinhausen war den Besuch wert. Umso weniger überraschend war daher die Tatsache, dass mit 380 Aktiven ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt wurde. Entsprechend zufrieden zeigte sich das Organisationsteam. "Wir haben an den letzten drei Tagen insgesamt 3000 Gefechte gesehen. Diese Zahl macht uns sehr stolz und spricht dafür, dass unser Engagement ankommt", so Michael Schrader, der in der Abteilung für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Aber nicht nur die sportliche Qualität des Montan-Turniers stand an Pfingsten im Fokus. Die Zusammenarbeit und die Begegnung unter dem Motto "Stahl trifft Feuer" mit den kulturellen Angeboten Duisburgs und der Metropole Ruhr kam erneut gut an, wie Schrader berichtete: "Unsere viele Gästen haben sich intensiv informiert und vor allem am Sonntag, wo nur die Team-Wettbewerbe ausgetragen wurden, einige Sehenswürdigkeiten besucht. Das Konzept bewährt sich Jahr für Jahr mehr. "

So gab es am Abschlusstag viele Komplimente für den Ausrichter, der mit 40 ehrenamtlichen Helfern unterwegs war und gestern bis in die späten Abendstunden die Halle aufräumte, um den regulären Schulbetrieb wieder möglich zu machen. Einziger negativer Aspekt des Turniers war die Hitze in der Halle, die am Samstag für Probleme sorgte. Die durchgeschwitzte Kleidung war dafür verantwortlich, dass die im Florettfechten genutzte Elektronik-Weste in der Leitfähigkeit eingeschränkt war. Das sorgte bei Fechtern und Kampfrichtern für verdutzte Blicke, wenn, eigentlich ungültige Treffer, angezeigt wurden. Die internationalen Kampfrichter aus Ungarn, Ägypten, den Niederlanden und Deutschland mussten also umso genauer hinschauen. Für den Austragungsort, an dem seit 2012 gefochten wird, gab es ansonsten nur Lob, wie Michael Schrader erklärt: "Wir fühlen uns an der Krefelder Straße pudelwohl. Auch unsere Gäste haben nur positiv berichtet."

Quelle: RP
 
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