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Leichtathletik
Eine schöne Prämie für den Mann mit Heimweh

Wie ein Kenianer, der einen Marathon in 2:13 laufen kann, nach Duisburg kam? Das ist eine eigene Geschichte und eine schöne zudem. Es war ein echter Homerun für Richard Ngolepus oder zumindest ein halber. Der Gewinner des 28. Rhein-Ruhr-Marathons ist 31 Jahre jung und brauchte das Geld. Für die Heimreise nach Kenia, wo er gern seine Familie sehen würde. 500 Euro gibt es für den Ersten, der die Ziellinie in der Schauinsland-Arena passiert. Ein Ticket nach Hause kostet aber das Doppelte. So also kam der Profi-Marathoni Richard Ngolepus an den Rhein und die Ruhr. In Kassel vor einer Woche gab es eine schöne Prämie zu gewinnen. Aber das Wetter war nicht das rechte und der Kenianer stieg aus dem Lauf aus. Nun suchte er nach Ersatz. Und da kam sein Manager auf Volker Wagner auf den Rhein-Ruhr-Marathon.

Am Samstag rief er bei Uwe Busch an, was es denn an Startgeld in Duisburg gebe und wie viel Geld der Sieger bekomme. Antrittsgeld gebe es keines, nicht einmal für einen blitzschnellen Kenianer, so Busch. Aber über einen Freistart lasse sich verhandeln. Der Gewinner bekomme 500 Euro. Das reichte dem Mann mit Heimweh. Später sagte der Überraschungsgast: "Die Strecke ist schön und ich komme gern wieder."

Einen neuen Streckenrekord freilich konnte niemand von einem Profi verlangen. Ngolepus, der es wohl auch unter 2:20 geschafft hätte, nutzte das Rennen als besseres Training. 210 Kilometer war er bereits in der vergangenen Woche zu Übungszwecken gejoggt. Gestern ließ er den Hobby-Marathoni Magnus Kreth 29 Kilometer mit ihm laufen, unterhielt sich mit ihm und nannte ihn später "meinen Freund". Dass er dem Heimspieler Kreth den Sieg überließ – soweit reichte die Freundschaft dann aber doch nicht.

Neben dieser schönen Geschichte ging es – in dieser Stadt nicht unwichtig – um die Sicherheit. Polizeichef Wolfram Elstner, der nach Wechsel der Dienststelle in der Uniform der Wasserschutzpolizei zur Pressekonferenz nach dem 28. Rhein-Ruhr-Marathon gekommen war, freute sich an einer Nichtmeldung. "Es ist nix passiert", sagte Elsner, dessen Team mit über 150 Beamten im Einsatz war. In dieser Stadt ist das inzwischen berichtenswert. Acht Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Bagatellen. Das vorher erstellte Sicherheitskonzept funktionierte.

Freilich, sagte Elsner auch, dass man eben über eine große Erfahrung mit den Abläufen habe aus Zeiten, als es noch keinen Papierstapel gab, um 50.000 Zuschauer auf einer Streckenlänge von 42,195 Kilometern zu bändigen. Zumal zu den 150 Beamten auch noch über 350 Streckenposten den Weg sicherten.

In Homberg und Buchholz wurde wieder groß gefeiert – auch auf der Neidenburger Straße. Aber das wurde es immer schon. Trotzdem begann der Marathon gestern mit zehnminütiger Verspätung. Eine Barriere galt es aus dem Weg zu räumen, damit die Inliner sicher ins Ziel fanden, so die Begründung. Besondere Sensibilitäten habe es nach dem Loveparade-Unglück aber nicht gegeben. Über den Flurfunk war zu hören, dass man es in diesem Jahr mit der Abstimmung sehr genau genommen habe.

Quelle: RP
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