| 17.31 Uhr

Rassismus–Eklat in der Bezirksliga
"Fall Onukogu": Sperre vorerst aufgehoben

Rassistische Gesänge – Boateng verlässt den Platz
Rassistische Gesänge – Boateng verlässt den Platz FOTO: dapd, Emilio Andreoli
Duisburg. Der Fußballverband Niederrhein (FVN) reagiert: Nachdem die Sperre gegen den Torhüter von Hertha Hamborn, Ikenna Onukogu, landesweit für Furore gesorgt hatte, hebt der Verband die Sperre zunächst auf. Grund sei "eine unklare Sachlage", so der FVN. 

"Zunächst ist festzuhalten, dass die einstweilige Verfügung der Bezirksspruchkammer gegen den Spieler Onukogu aufgrund der ihr zu diesem Zeitpunkt bekannten schriftlichen Unterlagen zu dem Spiel erfolgt", schreibt Peter Hambüchen, Sprecher des FVN in einer Pressemitteilung. 

Was war passiert? Ikenna Onukogu wurde beim Bezirksligaspiel gegen Dostlukspor Bottrop rassistisch beleidigt – so wird die Situation übereinstimmend wiedergegeben. In der 88. Minute kam es dann zum Eklat: Der dunkelhäutige Torwart warf eine Plastikflasche Richtung Zuschauer, es kam zu Gerangel mit Spielern und eben jenen Zuschauern. Die Partie wurde vorzeitig abgebrochen.

Der Verband zog Konsequenzen, die jedoch größtenteils für Überraschung sorgte: Der FVN sperrte Onukogu. Der Grund: Der Schiedsrichter hatte die rassistischen Beleidigungen nicht in den offiziellen Spielbericht eingetragen, der Torwart hatte damit die Eskalation provoziert. Erst durch zahlreiche Medienberichte hatte der Verband den Vorfall gründlich analysiert. Am 4. April wird der Fall offiziell verhandelt.

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