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Hockey
Gänsehaut nach dem Sieg
Hockey. Die A-Mädchen des Club Raffelberg haben die Deutsche Hockey-Meisterschaft gewonnen / Trainerin Susi Wollschläger ist überzeugt vom großen Talent ihrer Musterschülerin / Das Double im Visier. Von Tobias Knüfermann

Immer munter weiter. Pausen gibt es nicht. Am Montagmorgen saß Selin Oruz schon wieder an ihrem Platz im Krefelder Gymnasium "Am Moltkeplatz". Die Gedanken der Schülerin drehten sich freilich nur vage um schulische Dinge. Verständlicherweise. Denn die Gefühle vom Vortag, dem sportlich größten Tag ihrer noch jungen Karriere wirkten noch deutlich nach. Keine 24 Stunden zuvor war die 15-jährige Hockeyspielerin vom Club Raffelberg noch gut 500 Kilometer entfernt von zu Hause. Im brandenburgischen Großbeeren feierte Selin mit ihren Mitspielerinnen der A-Mädchen des Club Raffelberg die Deutsche Hockey-Meisterschaft. Doch auf dem Stundenplan stand am Montag gleich wieder Pauken anstatt mit dem "Ball daddeln". Eine Präsentation musste vorbereitet werden. Im Team mit einigen ihrer Klassenkameraden.

Geheimfavorit

Im Team zeigte sich Selin Oruz auch bei der DM bestens vorbereitet. Schon vor der Endrunde war der CR als Geheimfavorit gehandelt worden, nach fünf Partien über jeweils 24 Minuten stand es dann tatsächlich fest. Nach knapp vierjähriger Dürre konnten die "Grün-Schwarzen" wieder eine Deutsche Meisterschaft gewinnen: "Das Gefühl war einfach klasse. Da bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut", erzählt die sympathische Krefelderin. Einen sehr großen Anteil am Erfolg hatte dabei eins der größten Talente des Club Raffelberg. Beste Torschützin des Turniers, beste Spielerin, gewählt vom Nationaltrainer und auch Torschützin im so wichtigen Finale gegen die TG Frankenthal (3:2) – der Name Oruz war in aller Munde. Allerdings ist der Name in Hockey-Deutschland nicht unbekannt. Bruder Timur, 18 Jahre alt, spielt beim Crefelder HTC in der Bundesliga und auch in der U18-Nationalmannschaft. Länderspiele sind auch das Ziel der "kleinen Schwester".

Dem Hockey "verfallen"

Seit dem vierten Lebensjahr ist Selin dem Hockeysport "verfallen". Drei Mal die Woche wird seither mindestens dem kleinen weißen Hartgummiball hinterher gejagt. Vor Endrunden wie am letzten Wochenende kann das aber auch mal täglich sein. Da fällt es schwer, anderen Hobbies neben dem Hockeysport nach zu eifern: "Ich habe mich voll und ganz auf das Hockeyspielen konzentriert."

"Unglaublich ruhig am Ball"

Trainerin Susi Wollschläger ist überzeugt vom großen Talent ihrer Musterschülerin: "Selin hat wirklich großes Talent. Sie ist für ihr Alter schon unglaublich ruhig am Schläger und hat zusätzlich eine tolle Technik. Dazu kommt eine überragende Schnelligkeit. Ich bin mir sicher, dass sie ihren Weg machen wird. Was ich aber noch viel wichtiger finde, ist die Tatsache, dass Selin unglaublich mannschaftsdienlich ist und sich trotz ihrer sportlichen Qualität nie in den Vordergrund stellt." Die Trainerin war auch mit ein Grund warum die 15-Jährige vor anderthalb Jahren aus Krefeld zum Club wechselte: "Beim CR hat man einfach beste Trainingsmöglichkeiten. Susi und Mark Spieker machen ein tolles und vor allem effizientes Training", sagt Selin und fügt an: "Hier kann ich mich stetig verbessern. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt." Als Einzelplayerin sieht sich die Allrounderin nicht: "Nachdem wir auf dem Feld nur Zweiter geworden waren, wollten wir in der Halle unbedingt den Wimpel holen. Alle Mädels haben voll mitgezogen und ihren Beitrag geleistet. Wir verstehen uns wirklich alle toll. Das ist ja nicht in allen Mannschaften so", so Selin, die auch gleich ein Ziel für die Feldsaison hat: "Naja, das Double wäre schon nicht schlecht. Von Nichts, kommt eben Nichts. In der Schule und auch im Sport.

Quelle: RP
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