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Fußball
"Gib Rassismus keine Chance"

Fußball: "Gib Rassismus keine Chance"
Die Spieler von Hertha Hamborn – mit Ikenna Onukogu (Bildvordergrund) – und des TV Bruckhausen setzten gestern ein Zeichen gegen Rassismus. FOTO: probst
Duisburg. In der Fußball-Bezirksliga liefen die Spieler von Hertha Hamborn und des TSV Bruckhausen mit einem Banner gegen Rassismus auf den Platz. Herthas Torhüter Ikenna Onukogu wäre spielberechtigt gewesen, saß aber auf eigenen Wunsch nur auf der Bank. Von Tobias Knüfermann und Tim Winter

Ikenna Onukogu wirkte gestresst und müde. Der Torhüter des Bezirksligisten Hertha Hamborn ist gezeichnet. Die letzten Wochen sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Erst die Ausschreitungen beim Spiel in Bottrop und die vorläufige Sperre zur "Sicherung des Spielbetriebs", die für zahlreiche Medienanfragen aus ganz Deutschland und Besuche bei der Polizei sorgte. Dann die Information über die "aufgehobene Sperre" – der 28-Jährige kommt derzeit nicht zur Ruhe.

Auch deshalb verzichtete Onukogu gestern auf einen Einsatz im Spiel gegen den TSV Bruckhausen: "Der Trainer hat mich angerufen und wollte, dass ich spiele. Aber ich fühle mich dazu aktuell nicht in der Lage. Ich muss erst einmal wieder runterkommen. Vielleicht bin ich nächste Woche wieder bereit."

Der in der Kritik stehende Fußballverband Niederrhein leistete sich unter der Woche erneut einen Fauxpas. Das abgebrochene Spiel in Bottrop wurde auf den 18. April neu terminiert. Ohne Entscheidung der Spruchkammer? Nur anderthalb Stunden später gab es jedoch die Kehrtwende. Der FVN sagte die Neuansetzung wieder ab.

Am 4. April steht nun die Sitzung der zuständigen Spruchkammer an, bis dahin wird die Rassismus-Debatte rund um den Fall nicht geringer werden. In den vergangenen Tagen schauten an der Iltisstraße beinahe täglich andere Medienvertreter vorbei, und auch für diese Woche ist keine Ruhe angesagt: "Ich bin sehr müde und froh, wenn das alles vorbei ist. Aber wir ziehen das jetzt durch", so Onukogu, der noch immer verärgert darüber ist, wie mit ihm umgegangen wurde. Selbst im Sonderbericht des Schiedsrichters steht keine Silbe darüber geschrieben, dass der Nigerianer sich während der Partie bei Dostlukspor Bottrop permanent rassistischen Beleidigungen ausgesetzt sah. Der Bericht bezieht sich inhaltlich nur auf das "Ausrasten" des Hertha-Keepers. "Dabei habe ich den Schiedsrichter sehr wohl darauf hingewiesen", erklärte Onukogu, dessen Team gestern gegen den TSV Bruckhausen 0:0-Uentschieden spielte. Bruckhausens Trainer Said Yaser: "Das ist schlimm, was da vorgefallen ist. Wir haben sofort zugestimmt und sind gemeinsam mit dem Banner eingelaufen. Wir müssen alle gegen Rassismus kämpfen." Herthas Trainer Aydin Erdal entwarf das Banner selbst: "Das war ganz schön viel Arbeit. Aber wir setzen alles in Bewegung."

Gruppe 3, SV Sevelen - VfB Homberg II 1:1 (1:1) Die Führung durch Engin Polatkan (2.) konnte der VfB nicht über die Zeit retten.

SV Straelen II - VfL Rheinhausen 1:0 (1:0) Beim VfL Rheinhausen gehen die Lichter langsam aus. Beim direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, dem SV Straelen II, hatten die Rheinhauser dem 0:1 (40.) nichts entgegenzusetzen.

Gruppe 9, Hamborn 07 II - GW Holten 2:2 (1:1) Die zweite Mannschaft der Hamborner konnte trotz zweifacher Führung durch Admir Turudija (12. und 47. Minute) nicht gewinnen und rutschte auf Rang sechs ab.

Rhenania Bottrop - TuRa 88 2:1 (0:0) Durch die Niederlage beim Tabellenführer rücken die Aufstiegsträume der Neudorfer in weite Ferne. Kapitän Fotios Papachristos traf in der 81. Minute zum 1:1-Ausgleich, ehe Bottrop drei Minuten vor Schluss den Siegtreffer erzielte.

VfR 08 Oberhausen - HSV Hilal 7:1 (2:0) Eine schmerzhafte Niederlage für die Hochfelder, deren Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen immer größer wird. Cagri Düven erzielte den Ehrentreffer per Strafstoß (80.).

Meiderich 06/95 - SV Spellen 2:1 (2:1) Kevin Syperrek (12.) und Daniel Kirstein (30.) ermöglichten den wichtigen Heimsieg der Meidericher.

SV Genc - SGP Oberlohberg 1:2 (1:1) Dem frühen Führungstor durch Genc-Stürmer Moritz Schacht (1.) ließ Oberlohberg in einer umkämpften Partie den späten Siegtreffer in der Nachspielzeit folgen.

In der Gruppe eins ist das Heimspiel der TuS Mündelheim gegen Rot-Weiß Lintorf abgesagt worden.

Quelle: RP
 
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