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Gino Lettieri will jetzt weiter jagen

Lokalsport: Gino Lettieri will jetzt weiter jagen
Michael Ratajczak, Steffen Bohl & Co. jubeln mit den Duisburger Fans, die auf der Haupttribüne im Stadion Rote Erde für Stimmung sorgten. FOTO: Daniel Matic
Fussball. MSV Duisburg: Durch das 4:1 in Dortmund haben die Zebras ihre Karten im Aufstiegsrennen wieder verbessert. Außenverteidiger Rolf Feltscher fällt wahrscheinlich wochenlang aus: Es besteht Verdacht auf Innenbandriss. Von Thomas Tartemann

Siege machen hungrig. Nach dem 4:1 (2:1)-Erfolg im Drittligaderby bei der Reservemannschaft von Borussia Dortmund erschien Gino Lettieri mit einer Tüte knuspriger Kartoffelchips zur Pressekonferenz. Schon vor seinem offiziellen Statement gönnte sich der Fußball-Trainer des MSV Duisburg ein paar krosse Köstlichkeiten. Und nach dem obligatorischen Pressegespräch langte Lettieri nochmals zu. Offenbar hat der 48-jährige Coach nicht nur Appetit auf Snacks, sondern auch auf den maximalen sportlichen Erfolg. "Wir sind jetzt Dritter", stellte Lettieri fest, "nun haben wir etwas zu verteidigen. Wir müssen in den nächsten Wochen weiter jagen."

Das Spiel in Dortmund, bei dem Flügelflitzer Michael Gardawski wegen eines Magenvirus passen musste, dafür aber am Sonntag beim 6:0-Kantersieg der MSV-Zweitvertretung über Hönnepel-Niedermörmter wieder mitwirken konnte, begann denkbar schlecht. Weil die Viererkette zu Beginn nicht harmonierte, schoss BVB-Talent Tammo Harder nach neun Minuten das 1:0. Lettieri reagierte an der Seitenlinie kräftig angesäuert, gab immer wieder lautstarke Kommandos und holte sich den einen oder anderen Spieler bei Unterbrechungen zum Nachjustieren in seine Coachingzone.

"Wir haben beim 1:0 nicht gut gestanden. Die Dortmunder haben uns zwei, dreimal überlupft. Das haben wir in der zweiten Halbzeit korrigiert. Danach lief es besser. Zuvor hat mir einiges nicht gefallen. Wir haben zum Beispiel die wichtigen zweiten Bälle nicht erwischt. In der Rückwärtsbewegung sind Kingsley Onuegbu und Zlatko Janjic zu oft stehen geblieben", ging der MSV-Trainer ins Detail. Da vor allem Kingsley Onuegbu seine Ankündigung, den jungen Dortmundern mit fairer Härte in die Parade zu fahren, Taten folgen ließ, konnte der Hebel aber schnell umgelegt werden. Onuegbu räumte in der 22. Minute vor dem BVB-Kasten kräftig auf, so dass sowohl Keeper Zlatan Alomerovic als auch ein schwarz-gelber Verteidiger zu Boden gingen.

Duisburgs Martin Dausch nagelte die Kugel zum 1:1 ins Netz (22.). Tim Albutat glückte noch vor der Pause mit einem abgefälschten Schuss die Duisburger Führung (37.)."In der Halbzeit habe ich gespürt, dass meine Jungs mehr wollten. Sie haben sich in der Kabine gegenseitig angesport. Die Reaktion war richtig stark. Es ist nicht selbstverständlich, in Dortmund 4:1 zu gewinnen", sparte Lettieri nicht mit Lob. Manager Ivica Grlic schob nach: "Ich habe bei uns einen großen Willen gesehen." Als sich die Dortmunder durch die Notbremse von Vincent Louis Stenzel selbst dezimierten (69.), war der Weg frei.

Martin Dausch (78.) und Kingsley Onuegbu (87.), der tief in die Trickkiste griff und mit der Hacke einnetzte, machten die 2000 mitgereisten Fans froh. Als Vorlagengeber trat MSV-Talent Marcel Stenzel in Erscheinung. Er kam zu seinem Drittligadebüt und wurde anschließend gleich zur Dopingprobe ausgelost. Wenig Grund zur Freude hatte der verletzt ausgewechselte Rolf Feltscher. Am Dienstag soll sein linkes Knie untersucht werden. Derzeit besteht Verdacht auf Innenbandriss. Pause im schlimmsten Fall: Sechs Wochen!

Quelle: RP
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