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Schwerpunkt 30. Rhein-Ruhr-Marathon
Kreth – strahlender Seriensieger in Duisburg

Schwerpunkt 30. Rhein-Ruhr-Marathon: Kreth – strahlender Seriensieger in Duisburg
Marathon-Sieger Magnus Kreth feierte mit Sohn Maximilian. FOTO: reichwein
Duisburg. Der Läufer des ASV Duisburg kam nach 2:36,42 Stunden ins Ziel und feierte seinen insgesamt vierten Erfolg. Von Hermann Kewitz

Der Zielspurt beim 30. Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg gelang als eine Art Familienzusammenführung. Kaum hatte Magnus Kreth vom ASV Duisburg die klassische Distanz von 42,195 Kilometer mit dem Finale in der Schauinsland-Reisen-Arena nach 2:36,42 Stunden hinter sich gebracht, da erwartete ihn auch schon gleich sein zehn Monate alter Sohn Maximilian und schloss ihn mit Mutter Rebeka in die Arme. Ein schönes Bild – gefeiert von mehr als 3000 Zuschauern auf den Rängen des Stadions, das sich für einen Sonntag lang in eine Langlauf-Arena verwandelte.

Kreth (Altersklasse 35) jubelte überschwänglich über seinen vierten Sieg beim Rhein-Ruhr-Marathon und zog mit Winnie Spanaus, dem Seriensieger aus den 90er Jahren gleich. Ob er ihn überholen kann, bleibt offen – auch das hat mit Sohn Maximilian zu tun. "Familie und Beruf haben jetzt einen anderen Stellenwert. Deshalb kann ich einen Start im kommenden Jahr nicht zusagen", so der Sieger des Hauptlaufs.

Freilich nicht ganz unwahrscheinlich, dass es der ASV-Läufer noch einmal angeht, "denn die Unterstützung der Zuschauer gerade für einen Läufer aus Duisburg ist einfach großartig. Gerade die Anfeuerung in Buchholz und Großenbaum war toll." Trotz gerade überstandener Erkältung habe ihn der Beifall der geschätzt 30 000 Marathon-Fans ins Ziel getragen und ihm im Rennen mit seinem schärfsten Konkurrenten Robert Jäkel aus Lintorf (2:41,01) den entscheidenden Tempowechsel ermöglicht.

Ein Bild des Jammers bot dagegen zunächst die Siegerin bei den Frauen. Die zierliche Vanessa Rösler (AK 35) ließ sich gleich nach dem Zieleinlauf mit einer Zeit von 3:02,18 Stunden auf den Boden sinken und musste mit Kreislaufproblemen auf der Trage der Sanitäter aus dem Stadion gefahren werden. So kraftlos sie wirkte, für den Griff nach der Finisher-Medaille reichte die letzte Energie. Und nach der Siegerehrung erklärte sie wieder munter, dass ihr das nicht zum ersten Mal passiert sei und dass es ihr in Duisburg ganz großartig gefallen habe. Kein Wunder, nach ihrem Erfolg im vergangenen Jahr über die halbe Distanz, reichte es dieses Jahr zu einem vollen Erfolg gegen gleich zwei Athletinnen, für die der Rhein-Ruhr-Marathon ein "Homerun" war. Sabrina Krämer vom LC Duisburg belegte Rang zwei in 3:07,53 Stunden. Antje Möller vom ASV, die Favoritin und viermalige Gewinnerin, kam als Dritte nach 3:17,37 Stunden ins Ziel.

Antje Möller hatte zu forsch losgelegt und quälte sich nach 15 Kilometern den Rest des Weges. Für Duisburg, die Freunde an der Strecke und die Familie im Stadion hielt sie aber tapfer durch. "Meine Eltern und Schwiegereltern saßen auf der Tribüne im Stadion. Da hieß es nur: durchbeißen", sagte Möller.

Der Einlauf des Hauptrennens über die klassische Distanz, den insgesamt 933 Einzelläufer (davon 885 Männer und 148 Frauen) vollständig absolvierten, war der Höhepunkt des Jubiläums-Marathons, aber keinesfalls das einzige Ereignis. Der Stadtsportbund, der gemeinsam mit dem LC Duisburg den Langlauftag mit Start auf der Kruppstraße im Sportpark veranstaltete, freute sich über die 6210 Melder. Damit lang man einen Hauch über dem Ergebnis des Vorjahres und satt über der angestrebten Zahl von 6000 Meldern. Die stärkste Konkurrenz war im Halbmarathon mit knapp 3100 Läuferinnen und Läufern am Start. Annika Gomell (USC Bochum) gewann bei den Frauen in 1:21,34 Stunden. Beste Duisburgerin war die vereinslose Läuferin Tanja Czarnetzki (1:28,30) auf Platz fünf. Bei den Männern setzte sich Tillmann Goltsch aus Dortmund durch (1:13,54). Der Sieger zeigte Vereinstreue und verpasste seine Ehrung, weil er einem Kollegen, der den Marathon lief, bei Kilometer 30 eine Trinkflasche reichen wollte. Die Duisburg-Wertung ging an Markus Spangenberg vom ASV (1:18,13/Gesamtplatz 11).

Bei den Inlinern war Pascal Ramali (1:2123) aus Groß-Gerau zum dritten Mal in Folge nicht zu schlagen. Weil Petrus gestern früh nicht mitspielte, hatte er sich übrigens Regenrollen untergeschnallt. Schnellster Duisburger war Darius Wilde vom TV Homberg (1:30,22) auf Rang zwölf. Bei den Frauen setzte sich Hilde Goovaerts (1:33,35) aus Belgien durch. Bleibt Vico Merklein, Silbermdedaillen-Gewinner bei den Paralympics in London und Weltrekordhalter über die Marathon-Distanz, im rasenden Renngerät zu erwähnen. Dass Merklein die Konkurrenz in 1:12,17 Stunden für sich entschied, war keine Überraschung. Sein Kommentar nach einem Regenrennen, das ihm die Straßennässe bei Tempo 40 ins Gesicht spritzte, fand schon größere Beachtung: "Ich weiß jetzt, wie Duisburg schmeckt."

Antje Möller konterte während der Pressekonferenz: "Ich nehme an richtig gut – oder?"

(RP/sgo)
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