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Lokalsport
MSV-Frauen überzeugen offensiv und besiegen Leverkusen

Fussball. Virginia Kirchberger strahlte. Wie groß der Granitblock sei, der ihr und ihren Teamkameradinnen vom Herzen plumpste? "Riesig", sagte sie lachend. Denn die Kapitänin des Frauenfußball-Bundesligisten MSV Duisburg hatte allen Grund zur Freude. Von Friedhelm Thelen

Durch ein hoch verdientes 2:0 (2:0) gegen Bayer Leverkusen, der erste Heimsieg der Saison, meldeten sich die Zebras im Kampf um den Klassenerhalt zurück. Dass der Sieg sogar deutlich höher hätte ausfallen können, nahm Kirchberger ebenso gut gelaunt hin. "Toll ist doch, dass wir uns diese Chancen diesmal auch erspielt haben." Oft ist dies nur eine Floskel, in diesem Fall sagt Kirchberger das zurecht. Denn der MSV war offensiv kaum wiederzuerkennen. "Wir haben Bayer schon ein bisschen überrannt", war auch Rahel Kiwic überglücklich. An sich war die Schweizerin ja als Defensivkraft nach Duisburg gekommen. Erneut setzte Trainerin Inka Grings die 24-Jährige aber als Stürmerin ein - und die mit 1,84 Meter großgewachsene Eidgenössin konnte diesmal überzeugen.

Sie rackerte bis zum Umfallen, gewann Zweikämpfe - und erzielte das Tor zum 2:0. "Es macht Spaß, vorne zu spielen - vor allem dann, wenn man Tore schießt." So ganz ungewohnt ist diese Rolle für sie allerdings nicht. "Bis ich 18 oder 19 war, habe ich im Sturm gespielt und wurde erst danach in der Abwehr eingesetzt." Also macht es ihr mehr Spaß, vorne zu spielen? "Mir macht alles Spaß. Ich arbeite und gebe alles dort, wo ich eingesetzt werden." Eine Eigenschaft, die auch Inka Grings zu schätzen weiß. "Sie erledigt überall ihre Aufgaben. Aber heute will ich niemanden herausheben. Alle haben toll gekämpft." Schon in den ersten Minuten übernahm der MSV das Kommando.

Der Druck zahlte sich in der 19. Minute erstmals aus, als Stefanie Weichelt über links aufs Tor zulief und den Ball lang und hoch in die Maschen donnerte. Als Kiwic in der 28. Minute einen langen Ball bekam, machte sie einige kraftvolle Schritte und ließ Bayer-Keeperin Lisa Schmitz keine Chance. Zwei Minuten später hätte es gar 3:0 stehen müssen, doch nach einer Kiwic-Flanke verpasste die glücklos agierende Emilie Fillion das leere Tor aus kürzester Distanz.

Nach der Pause sicherte der MSV den Sieg ab. Und wenn es doch mal brenzlig wurde, waren die Duisburgerinnen hellwach - wie in der 78. Minute, als Carmen Pulver die Bayers Isabelle Linden entscheidend störte. "Das war wahrscheinlich unser schlechtestes Spiel", sagte Bayer-Coach Thomas Obliers. Schon in der Pause musste der frühere Hamborner erst einmal vor den Kabinentrakt treten - und angesichts der Leistung seiner Mannschaft einen ordentlichen Zigarettenzug nehmen . . .

MSV Duisburg - Bayer Leverkusen 2:0 (2:0) MSV: Kämper - Heß (46. Himmighofen), da Silva Costa, Kirchberger, Hellfeier - Dolores Silva, Oster, Pulver (79. Debitzki), Weichelt - Kiwic, Fillion (61. Sundov). Tore: 1:0 Weichelt (19.), 2:0 Kiwic (28.).

Quelle: RP
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