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MSV mit Anonma gegen den Abstieg

Lokalsport: MSV mit Anonma gegen den Abstieg
Genoveva Anonma: Im Trikot ihres Heimatlandes bei der Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland (links), am Sonntag im Trikot des MSV gegen des SC Sand, und im Einsatz für ihren früheren Verein - Turbine Potsdam. FOTO: Ingo Otto/ Tanja Pickertz/Eickershoff
Fussball. Die ehemalige Torschützenkönigin der Bundesliga, Genoveva Anonma, freut sich, wieder in Deutschland zu sein. Nach den Stationen in Jena und Potsdam heuerte sie auf der halben Welt an. Nun will sie den Zebras helfen. Von Thomas Kristaniak

Die Mütze bleibt beim Interview auf dem Kopf. Wenn Genoveva Anonma eines nach ihrer Rückkehr in die Fußball-Bundesliga nicht gefällt, dann die Kälte in Deutschland. Und dann gab es gleich noch das erste Pflichtspiel im Trikot des MSV Duisburg auf Schnee. "Das war nicht so einfach", sagt die 28-Jährige. Sie hofft auf sonnigere Zeiten - und mit ihr die Anhänger des punktlosen Schlusslichts. Mit der Verpflichtung der früheren Bundesliga-Torschützenkönigin verbindet sich der Wunsch, doch noch die immer schwieriger erscheinende Rettung zu schaffen.

Von 2009 bis 2015 hat Genoveva Anonma schon hierzulande gespielt, erst in Jena, dann in Potsdam. Mit der Sprache klappt es aber noch nicht so richtig. "Deutsch ist eine schwere Sprache", erklärt sie auf Englisch. Das ist für sie auch eine Fremdsprache; in ihrem Heimatland Äquatorial-Guinea herrschen Spanisch und Französisch vor.

Wenn aber auch manchmal die Wörter fehlen - ein Hindernis, nach Deutschland zurückzukehren, war das nicht, als ihr Agent ihr vom Interesse aus Duisburg berichtete. Im Gegenteil: "Ich bin so froh, wieder zu Hause zu sein, nachdem ich schon so lange hier in diesem Land gespielt habe."

Anfangs in Jena tat sie sich noch ein wenig schwer, als sie erstmals den heimischen Kontinent verlassen hatte. Doch spätestens ab 2011, als sie zum Bundesliga-Spitzenklub Turbine Potsdam wechselte, fühlte sie sich richtig wohl in Deutschland. "Potsdam war okay, das Training war gut", sagt sie mit einem Lächeln, als sie sich an die Zeit unter Trainerikone Bernd Schröder erinnert. 22 Tore bedeuteten gleich in der ersten Saison die Torjägerkanone der Liga. Insgesamt kam sie in 79 Punktspielen auf 60 Treffer - eine enorme Quote.

Danach ging Anonma auf Wanderschaft durch die Welt. Die USA, Südkorea, Spanien, Israel: Überall gab es nur Kurzgastspiele. Das soll in Duisburg nach Möglichkeit anders werden, wobei der Vertrag erst einmal nur bis zum Saisonende datiert ist. Weiter mochte der Verein angesichts der aktuellen Tabellensituation offenbar nicht planen. "Null Punkte, das ist nicht so einfach. Wir müssen uns konzentrieren und noch mehr arbeiten - und ich werde versuchen, das Beste für meine Mannschaft zu erreichen", meint Genoveva Anonma, die mit den Zebras am Sonntag an ihrer alten Wirkungsstätte in Jena antreten muss.

Da freut sie sich auf ein Wiedersehen mit Susann Utes und Lisa Seiler, mit denen sie 2010 das DFB-Pokal-Finale erreichte, das gegen den FCR 2001 Duisburg verloren ging. Auch dabei: die heutige MSV-Kapitänin Paula Radtke. Sie ist ein Grund, warum Genoveva Anonma gern nach Deutschland zurückkam: "Paula ist meine beste Freundin."

Quelle: RP
 
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