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MSV siegt und bangt um Stoppelkamp

Lokalsport: MSV siegt und bangt um Stoppelkamp
Hier war für Moritz Stoppelkamp (rechts) noch alles gut: Er feierte mit Cauly Souza den Treffer zum 1:0. FOTO: Fabian Strauch
Fussball. MSV Duisburg: Das 2:0 über die Franken aus Fürth verschafft den Zebras eine elegante Position in der Tabelle. Mit 22 Punkten liegt der MSV gut im Rennen. Stoppelkamp leitet das 1:0 ein, muss dann aber verletzt ausscheiden. Von Dirk Retzlaff und Sven Kowalski

Ilia Gruev erblickte am Samstag bei der Pressekonferenz zum 2:0 (2:0)-Sieg über die SpVgg Greuther Fürth im Medienraum der Duisburger Arena Joachim Llambi. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg beendete sein Statement mit einem Gruß an den Chefjuror der RTL-Serie "Let's dance", der ein eingefleischter MSV-Fan ist: "Herr Llambi, wir können heute Abend tanzen gehen. Ich weiß aber, dass Sie der bessere Tänzer sind."

So gelöst, wie es den Anschein hat, ist die Stimmung nach dem zweiten Heimsieg in Folge beim Aufsteiger, der nun auf dem achten Tabellenplatz steht, allerdings nicht. Die Verletzung, die sich Flügelspieler Moritz Stoppelkamp am Samstag in der 66. Minute zuzog, schlägt aufs Gemüt. Dem Leistungsträger droht ein längerer Ausfall. "Seine Verletzung macht mir Sorgen", sagte Gruev.

Nach einer Grätsche von Lukas Gugganig, die Schiedsrichter Daniel Schlager nicht ahndete, knickte Stoppelkamp mit dem Knöchel um. MSV-Doc Christian Schoepp vermutete in einer ersten Einschätzung, dass sich der Mittelfeldspieler einen Außenbandriss zugezogen hat. Klarheit wird frühestens heute bestehen. Die Schwellung am Knöchel war am Wochenende für eine MRT zu stark. Nun wollen die Ärzte Stoppelkamp heute in der Buchholzer Unfallklinik untersuchen.

Ein längerer Ausfall des Leistungsträgers, der zumindest jetzt schon das nächste Spiel am Sonntag in St. Pauli abschreiben muss, wäre für die Zebras ein schwerer Schlag. Nicht nur, dass das Team seinen Antreiber verlieren würde: Trainer Gruev gehen allmählich die Flügelspieler aus: Zlatko Janjic absolviert nach seinem Kreuzbandriss zwar schon wieder Torschuss-Einheiten, benötigt aber noch viel Zeit. Auch Andreas Wiegel wird mit seiner Knieverletzung noch langfristig außer Gefecht sein. Und auf die Dienste von Thomas Bröker verzichten die Meidericher bekanntlich freiwillig.

MSV-Stürmer Borys Tashchy hofft, dass die Sache für Stoppelkamp glimpflich ausgehen wird: "Moritz ist mein Freund und ein sehr wichtiger Spieler für uns. Ich hatte auch diese Verletzung und bin in drei Wochen sehr schnell wieder fit geworden. Normalerweise dauert so etwas länger, aber ich will nicht schwarz malen."

Am Samstag verdiente sich Stoppelkamp einen Assist, indem er die Flanke schlug, die Cauly Souza in der 40. Minute per Kopf zum 1:0 verwertete. Damit zerschlug der MSV den Knoten. Vier Minuten später legte Borys Tashchy auf Zuspiel von Stanislav Iljutcenko das 2:0 nach.

Iljutcenko lieferte am Samstag - und das auch ohne eigenen Torerfolg - seine beste Saisonleistung ab. Der Deutsch-Russe hatte schon den ersten Treffer eingeleitet. Vor dem 1:0 eroberte er im Strafraum den Ball gegen den unsicheren Fürther Torhüter Sascha Burchert und bediente Flankengengeber Stoppelkamp.

In der 28. Minute setzte sich Iljutcenko auf ungewohnter Position stark in Szene. Er bewahrte sein Team vor einem Rückstand, indem er den Ball auf spektakuläre Weise für den bereits geschlagenen Torwart Mark Flekken kurz vor der Linie wegschlug.

War die Position neben Borys Tashchy im Sturm in den letzten Wochen noch hart umkämpft, sind die Hierarchien mittlerweile geklärt. Simon Brandstetter will den Verein verlassen, Kingsley Onuegbu bleibt nur noch die Rolle des Ersatzstürmers hinter Iljutcenko.

Der MSV hatte Greuther Fürth mit einer disziplinierten Spielweise über weite Strecken im Griff, nur in der Schlussphase schwand die Konzentration ein wenig. Da hätten die Franken mit einem Anschlusstreffer noch einmal für Spannung sorgen können. "Duisburg hat uns am Fußballspielen gehindert", befand Fürths Trainer Damir Buric nach der Partie.

Dabei waren die Zebras keineswegs destruktiv unterwegs. Lukas Fröde brachte mit seiner Rückkehr ins Team die Sicherheit im Defensivverbund zurück. Aus einer gesicherten Abwehr heraus gelang es den Gastgebern schon früh, Akzente zu setzen. Enis Hajri verbuchte schon nach drei Minuten die erste Chance. Fürths Keeper Burchert konnte in der 19. Minute den Ball nach einem Schnellhardt-Schuss nicht festhalten, Cauly Souza kam einen Schritt zu spät, Maximilian Wittek bereinigte die Situation.

Mit dem Sieg über die SpVgg Fürth knackte der MSV die 20-Punkte-Marke und liegt mit 22 Zählern gut im Rennen. Zudem gelang den Zebras nun schon der zweite Heimsieg in Folge. "Der sogenannte Heimkomplex war bei uns ohnehin nicht das große Thema", merkte Kevin Wolze an. Der Kapitän sieht die Mannschaft taktisch auf dem richtigen Weg. "Wir sind zum Anfang der Saison alle zu viel nach vorne gelaufen. Das machen wir jetzt besser. Wir haben die richtige Balance gefunden."

Quelle: RP
 
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