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MSV Duisburg
Auch "Super-Gill" brachte kein Glück

MSV Duisburg: Auch "Super-Gill" brachte kein Glück
Zufrieden sieht anders aus: Kingsley Ounuegbu (links) und Giorgi Chanturia auf der Duisburger Ersatzbank. FOTO: Lars Fröhlich
Fussball. Der frühere Torwart Thomas Gill kam aus Norwegen, um die Zebras zu sehen. Der ehemalige Pokalheld sah einen bitteren Auftritt der Zebras. Mittelfeldspieler Dennis Grote glaubt dennoch weiter an die Rettung. Von Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann

Früher war nicht alles besser, aber manches. Die Fans des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, die am Samstag im VIP-Bereich der Arena einen Blick auf die illustre Promi-Runde erhaschen konnten, bekamen feuchte Augen. Die Ex-Trainer Seppo Eichkorn und Kosta Runjaic waren da, Sturmlegende Bachirou Salou, der ehemalige Abwehrrecke Alfred Nijhuis - und sogar der frühere Torwart Thomas Gill, der 1998 beim legendären Elfmeterschießen im DFB-Pokalhalbfinale in Trier zwar neun Bälle passieren ließ, aber den entscheidenden Elfer verwandelte, was ihm vom Boulevard den Titel "Super-Gill" einbrachte, war aus Norwegen angereist. Auch die Ehemaligen hatten sich einen erfreulicheren Nachmittag gewünscht: Sie sahen bei der 0:1-Niederlage gegen den Karlsruher SC eine Duisburger Mannschaft, die dem Abstieg entgegen taumelt.

Die MSV-Helden von einst werden sich am kommenden Wochenende vermutlich angenehmeren Dingen widmen, der harte Kern der MSV-Fans macht sich hingegen Gedanken, wie sich das Team am Freitag in Fürth präsentieren wird. Die Zebras, die erst einen Auswärtspunkt einsammeln konnten, werden einmal mehr hoffen, mit einem Überraschungscoup ein Lebenszeichen aussenden zu können.

Bis dahin wird die sportliche Leitung versuchen Aufbauarbeit zu leisten. "Dazu fahren wir aber jetzt nicht ins Kloster", sagt MSV-Aufsichtsratschef Jürgen Marbach in Anlehnung auf das "Hotel Klosterpforte" in Marienfeld, das krisengeschüttelte Mannschaften gerne beziehen, um die Erleuchtung zu finden. Dennoch wird es in dieser Woche an der Westender Straße ans Eingemachte gehen. Trainer Ilia Gruev wird versuchen, seine Spieler stark zu reden. Eine ambitionierte Aufgabe, zumal bei einigen Akteuren das Selbstwertgefühl im Keller sein dürfte. Etwa bei Kevin Scheidhauer, der am Samstag zum psychologisch suboptimalen Zeitpunkt in der 41. Minute die Wettkampfstätte verlassen musste. Oder Kingsley Onuegbu und Giorgi "Messi" Chanturia, die einmal mehr zu Beginn des Spiels auf der Bank schmorten.

Einen eindrucksvollen Beleg dafür, wie es um die Zebras derzeit bestellt ist, lieferte Mittelfeldmann Zlatko Janjic vor Wochenfrist bei der 1:2-Niederlage in Bielefeld ab. In der ersten Halbzeit erhielt der MSV 30 Meter vor dem Bielefelder Tor einen Freistoß. Janjic versuchte es aus der ambitionierten Entfernung direkt und scheiterte kläglich. Fast genau ein Jahr zuvor lag der Ball bei einem Duisburger Freistoß auf der Alm nahezu exakt auf dem selben Fleck. Mit einem fulminanten Schuss knallte Janjic damals die Kugel in die Maschen.

Jetzt wartet alles auf den Aha-Effekt, den Brustlöser. Dennis Grote, Offensivkraft der Zebras, ist weit davon entfernt, bereits die Flinte ins Korn zu werfen. "Wir können uns keineswegs vorwerfen, gegen Karlsruhe nichts versucht zu haben. Was uns aktuell fehlt, ist, aus dem Nichts heraus ein Spiel zu gewinnen. Natürlich ist es schwierig, sich nach Rückschlägen immer neu aufzubauen, aber wir müssen weitermachen und positiv bleiben." Dennis Grote schiebt trotzig nach: "Im Februar ist noch keiner abgestiegen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist zudem nicht so groß, dass man aufgeben müsste." Allerdings weiß "Grotex" auch: "Wir müssen selbst punkten. Das steht außer Frage."

Quelle: RP
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