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Augustin feilt an "finaler Umsetzung"

Lokalsport: Augustin feilt an "finaler Umsetzung"
Im Kreis der Mannschaft: Robert Augustin, hier beim Saisonauftakttraining, ist erst einmal der verantwortliche Trainer bei den MSV-Frauen. FOTO: Stephan Eickershoff
Fussball. Das hatte der bisherige Co-Trainer des MSV Duisburg nicht auf seinem Wunschzettel. An seinem 26. Geburtstag wurde er als Nachfolger des freigestellten Christian Franz-Pohlmann benannt. Die Marschrichtung soll dieselbe bleiben. Von Thomas Kristaniak

Das war ein ungewöhnlicher Geburtstag, den Robert Augustin da am Mittwoch erlebte. Das "Geschenk", das dem 26 Jahre jung gewordenen bisherigen Co-Trainer des Frauenfußball-Bundesligisten MSV Duisburg am späten Nachmittag zuteil wurde, hatte er sich in dieser Form jedenfalls nicht gewünscht. Durch die da verkündete Trennung von Chefcoach Christian Franz-Pohlmann rückte der gebürtige Berliner plötzlich in dessen Position auf. Mindestens am Sonntag im ersten Rückrundenspiel gegen den SC Freiburg (14 Uhr, PCC-Stadion) wird Augustin das punktlose Schlusslicht als verantwortlicher Trainer betreuen.

Es wäre falsch zu behaupten, dass sich Robert Augustin dagegen gewehrt hätte, irgendwann einmal in der Bundesliga das Sagen zu haben. Mit diesem frühen Zeitpunkt in seinem Leben und seiner Laufbahn hatte er nun aber nicht zwingend damit gerechnet. "Es ist jetzt nicht so, dass ich mich nicht auf die Aufgabe freue", sagt er. "Aber die Umstände waren so halt nicht zu erwarten." Die stellten sich nun eben so dar, dass nach elf Meisterschaftsspielen ohne einen einzigen Punktgewinn der Verein den Zeitpunkt gekommen sah, doch noch einmal eine Maßnahme zu ergreifen, um den Abstieg in die Zweitklassigkeit abzuwenden. Das hieß: Trennung von Christian Franz-Pohlmann und Installation eines Nachfolgers. Der heißt nun erst einmal Robert Augustin. "Bis wir eine finale Lösung gefunden haben", ließ MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt verlauten.

Die wird wohl kaum Augustin darstellen. Dafür mangelt es ihm an der notwendigen A-Lizenz; der Interimscoach weist die B-Lizenz vor und hat als nächstes Ziel die Elite-Jugendtrainer-Lizenz vor Augen. Die praktische Erfahrung, die er momentan sammelt, wird ihn zweifellos weiterbringen.

Was Augustin vor dem Duell mit den Breisgauerinnen sagt, ähnelt dem Sprachgebrauch von Christian Franz-Pohlmann auffallend: "Wir haben schon in den letzten Spielen einen guten Plan gehabt, es hat nur an der finalen Umsetzung gehapert. Jetzt müssen wir weiter an den Automatismen arbeiten." Dass seine Philosophie an die seines Vorgängers erinnert, unter dem er schon beim FSV Gütersloh arbeitete und der ihn dann auch nach Duisburg holte, will der Jungtrainer gar nicht leugnen: "Wir werden jetzt hier nichts Neues erfinden. Ich habe viel mitgenommen aus der Zeit mit Christian, er hat mich bei vielem sehr stark eingebunden."

Was ihn mit Christian Franz-Pohlmann ebenfalls vereint, ist dessen auch nach seiner Freistellung vertretene Überzeugung, dass der MSV trotz der schlimmen Hinrunde noch die Klasse halten kann. "Hoffnungslos ist die Lage auf keinen Fall. Ich werde jetzt auch nicht den Taschenrechner herausholen und alles durchrechnen. Die Rückrunde steht am Ende für sich allein da", sagt Augustin.

Soll heißen: Dass gegen keinen der elf Ligakonkurrenten bislang ein Punktgewinn gelang, muss nicht heißen, dass dies bis zum Saisonende auch so bleibt. Der Beweis soll schon am Sonntag angetreten werden.

Quelle: RP
 
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