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MSV Duisburg
Der Geißbock zerlegt das Zebra

MSV Duisburg: Der Geißbock zerlegt das Zebra
James Holland (re.) benötigte beim MSV Duisburg eine gewisse Anlaufzeit: "Es war ein Up and Down", erklärt der Australier, der das neue Jahr in Sydney begrüßte. FOTO: Kirchner/dpa
Duisburg. Im Testspiel beim 1. FC Köln muss der MSV sechs Gegentore einstecken. James Holland steht bis zur Pause auf dem Feld. Für den Australier in Duisburger Diensten ist der Abstiegskampf eine gänzlich neue Erfahrung. Von Thomas Tartemann

Die Tage vor und nach Silvester verbrachte James Holland in seiner australischen Heimat. Der Balljäger des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg begrüßte das Jahr 2016 in der Metropole Sydney und wünschte sich beim Blick in den Nachthimmel nicht nur privat, sondern auch sportlich viel Positives für die kommenden Monate. "Ich glaube, dass ich im neuen Jahr stärker werde", sagt der 26-Jährige.

Holland absolvierte für die Zebras bisher 1446 Minuten in der 2. Liga. Das Leistungsbild war dabei durchwachsen, aber insgesamt zählt die ehemalige AZ-Alkmaar-Entdeckung bei den neuverpflichteten Duisburger Profis nicht zu den Enttäuschungen. Holland räumt ein: "Die ersten sechs Monate waren für mich im neuen Land Deutschland und beim neuen Klub MSV ein Up and Down. In den letzten Wochen vor der Winterpause habe ich mich immer besser gefühlt. Du lernst deine Mitspieler richtig kennen, weißt, was zu tun ist. Man braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit."

Duisburgs neuer Trainer Ilia Gruev setzt beim Unternehmen Klassenerhalt auf seinen "Sechser". Vor allem im zentralen defensiven Bereich kommt es beim MSV auf Abstimmung, Organisation, Aggressivität und Eingespieltheit an. Davon war beim Testdebakel gegen den Bundesligisten 1. FC Köln allerdings nichts zu sehen. Die Geißböcke zerlegten die Zebras am Samstag in sämtliche Einzelteile und gewannen 6:0 (4:0). Bis zur Halbzeit wirkte James Holland im Mittelfeld mit. Danach wechselte Gruev bis auf Keeper Marcel Lenz, der den wegen Leistenproblemen daheim gebliebenen Michael Ratajczak ersetzte und noch mehrere FC-Hochkaräter entschärfte, komplett durch. Holland nach dem Abschuss: "Wir haben die Power, um mit dem MSV die Liga zu halten. Aber dafür müssen wir uns in der Meisterschaft besser präsentieren als in Köln." Für die Domstädter traf Anthony Modeste (16., 28.) jeweils per Foulelfmeter. Die übrigen Treffer besorgten Simon Zoller (12.), Yuya Osako (28.), Bard Finne (52.) und Talent Marcel Hartel (82.). Duisburgs beste Chance vergab Thomas Bröker, der nach Hackentrick von Dennis Grote aus spitzem Winkel nur den Kölner Pfosten testen konnte (26.).

MSV-Coach Ilia Gruev hatte nach dem Abschuss seiner Mannschaft den Kaffee auf. "Natürlich bin ich sauer. Eine gewisse Ordnung, Disziplin und Struktur musst du einfach haben." Ersatzkeeper Marcel Lenz war trotz des ihm eingeschenkten Sixpacks keineswegs komplett am Boden. "Jede Minute, die ich spiele, tut mir gut. Es hat trotz der sechs Gegentore Spaß gemacht. Der FC Köln ist lediglich Mittelmaß in der Bundesliga, und trotzdem sieht man die enorme Qualität. Wir werden das Spiel zu Wochenbeginn analysieren und müssen es dann abhaken. Der Höhepunkt der Vorbereitung kommt für uns ab dem 14. Januar."

Dann heben die Zebras ins Trainingslager nach Belek ab. Für James Holland schon Routine. "Ich war sowohl mit Alkmaar als auch mit Austria Wien schon oft in der Türkei. Das ist für mich also nichts Neues mehr." Neuland ist für ihn dagegen der Existenzkampf. "Das", erklärt Holland, "kannte ich so vorher noch nicht. Ich habe mit meinen Teams ansonsten immer oben mitgespielt. Abstiegskampf ist vom Kopf her schon ziemlich schwer. Und ich muss ganz ehrlich gestehen: Ich bin kein guter Verlierer." Sein Vertrag läuft im Juni aus. Holland zu diesem Thema: "Ich bin deswegen nicht nervös. Mein Fokus liegt auf dem MSV. Wir müssen unbedingt drinbleiben."

Quelle: RP
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