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Der MSV zwischen Belebung und Frust

Lokalsport: Der MSV zwischen Belebung und Frust
FOTO: Christopher Neundorf / firo Spor
Fußball. Tomané setzte bei seinem Debüt vielversprechende Akzente, kann aber nach eigenen Angaben noch deutlich mehr. Die Defensiv-Patzer sind es, die die Zebras weiterhin im Keller der 2. Bundesliga festketten. Von Thomas Tartemann

Es war kein Traumdebüt, aber ein vielversprechender Einstand. António Manuel Fernandes Mendes, kurz Tomané genannt, zählte bei der 1:2 (1:2)-Niederlage des MSV Duisburg zu den Gewinnern beim Fußball-Zweitligisten. Das Schlusslicht leidet nach wie vor an alten Defensiv-Krankheiten, hat sich dafür aber in der Vorwärtsbewegung gestrafft. Auch dank Tomané.

Seine Bilanz nach den 94 Minuten auf der Bielefelder Alm: drei gefährliche Torschüsse, 26 Ballkontakte, 44 Prozent gewonnene Zweikämpfe und zehn gespielte Pässe, von denen vier den richtigen Abnehmer fanden. Tomané ging weite Wege, kämpfte, sprintete und rackerte. "Ich versuche, der Mannschaft zu helfen", sagt der 23-Jährige.

Schmerzhaft: Steffen Bohl gab mit dem MSV kämpferisch alles (links). Thomas Bröker (links) und Neuzugang Tomané jubeln: Die Duisburger Führung hielt allerdings nicht lange. FOTO: firo

So ganz nachvollziehen konnte er das Lob nach der Pleite im ostwestfälischen Dauerregen nicht. "Wenn Sie mich als besten MSV-Spieler gesehen haben, dann haben Sie von mir noch nicht viel gesehen", meinte Tomané schulterzuckend zu den mitgereisten Duisburger Journalisten. Mit dem einen oder anderen Bielefelder Abwehrschrank machte Tomané Bekanntschaft. Gepfiffen wurde für Duisburgs neuen Angreifer eher wenig. Referee Robert Schröder entschied zwei Mal auf Freistoß für Tomané, drei Mal wertete er sein Einsteigen als nicht regelkonform. "Tomané hat sich viel bewegt, ist weite Wege über die Außenpositionen gegangen. Er hat in unserem Spiel für Belebung gesorgt", zog Duisburgs Chefanweiser Ilia Gruev ein zufriedenes Fazit über das Debüt seines neuen Schützlings. Gruev sah aber auch, "dass zwei, drei Situationen von Tomané etwas unglücklich gelaufen sind." Unter dem Strich fuhren die Meidericher wieder mit leeren Händen Richtung Ruhrpott und bleiben die harmloseste Auswärts-Mannschaft im deutschen Profifußball (ein Punkt aus zehn Partien). "Ich bin über die Niederlage richtig enttäuscht. Wir waren mutig, aggressiv, haben hoch verteidigt", zählte Gruev die positiven Erkenntnisse des Montagabends auf und ärgerte sich über das gefährliche Spiel gegen den aufgerückten Abwehrchef Branimir Bajic, "für das wir einen Elfmeter hätten kriegen müssen." Gruev nahm eine Zitat-Anleihe beim Ex-Dortmunder Jürgen Wegmann: "Wenn du Letzter bist, hast du kein Glück. Und dann kommt auch noch Pech dazu."

Was den Defensiv-Auftritt anbelangt, war es allerdings nicht nur Pech, sondern vor allem fehlerhaftes Verhalten, das die Niederlage einleitete. In der Entstehung des 1:1 durch Bielefelds Fabian Klos (22.) konnte Kevin Wolze die Flanke nicht verhindern, im Abwehrzentrum ließen sich Thomas Meißner & Co. in deutlicher Überzahl düpieren. Ähnliches Bild beim 2:1 durch Christopher Nöthe (26.): Da Branimir Bajic mehrere Meter hinter der eigenen Verteidigungslinie stand, war kein Abseitsstellen des durchstartenden Vorbereiters Fabian Klos möglich. Wolze konnte die Hereingabe nicht stoppen, im Zentrum kamen Steffen Bohl und Thomas Meißner zu spät. Tomané blickt nach der Start-Enttäuschung bereits auf den Samstag, wenn es um 13 Uhr gegen Karlsruhe geht. "Ich freue mich auf das erste Spiel in der Arena und tippe auf einen 2:0-Sieg."

Quelle: RP
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