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Msv Duisburg
Die halbe Miete ist schon erreicht

Msv Duisburg: Die halbe Miete ist schon erreicht
Auf Höhenflug: FOTO: Fabian Strauch
Fussball. Der MSV Duisburg ist mit bislang 19 Punkten auf einem guten Weg. Bislang reichten 38 Zähler stets zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Von Hermann Kewitz

Trainer Ilia Gruev sagt es gern: "Im November ist noch niemand abgestiegen und noch niemand aufgestiegen." Den Satz kann man immer brauchen. Wenn es nicht gutgelaufen wäre fürs Zebra, läge viel Trost darin. Stehen die Dinge für den MSV, so wie sie jetzt stehen - richtig gut nämlich -, dann kann der Coach damit die vom Präsidenten Ingo Wald geforderte Bodenhaftung betonieren. Also, nichts ist entschieden. Doch zugleich: Viel ist geschafft. Die halbe Miete ist drin. Seit es nur maximal drei Absteiger (2008/09) gibt, reichten immer 38 Punkte. Meist sogar deutlich weniger. Nur 2012/13 lag der rettende Pegelstand bei 38 Zählern. (Tiefstwert: 2010/11: 32 Punkte zum Klassenerhalt). Die Zebras haben derzeit 19 Punkte und noch drei Hinrunden-Spiele (Regenburg - Fürth -St. Pauli) im Terminkalender. In dieser Saison hat die November-Bilanz vielleicht etwas mehr Vorläufiges. Die 2. Liga knubbelt sich. Der MSV steht auf Rang acht. Bis zum Relegationsrang Richtung Bundesliga sind es sechs Punkte, bis zum Platz fürs Nachsitzen fünf Punkte. In der Vergangenheit war die Knautschzone meist dicker. Nur 2013/14 balgte man sich zu diesem Zeitpunkt so dicht aufeinander. Am Ende reichten trotzdem 36 Punkte, um die Relegation zu vermeiden.

Die Zebras wollen nur drinbleiben. Das Wort "Klassenerhalt" als Saisonziel haben Sportdirektor Ivica Grilic und sein Trainer Ilia Gruev in Stein gemeißelt. Die November-Bilanz hat mit Blick in den Rückspiegel der vergangenen Spielzeiten dann durchaus Aussagewert. Nur einmal seit 2008/09 musste lediglich ein Team auf Rang acht nach dem 14. Spieltag den Weg in die Drittklassigkeit antreten. Den Würzburger Kickers gelang dieses "Kunststück" im vergangenen Jahr.

Die Kickers, die in der Rückrunde nur sieben Punkte und keinen Sieg holten, sind ohnehin das schwarze Schaf. Am 14. Spieltag hatten sie 22 Punkte, zur Halbserie 27 Zähler. Dann banden sie sich einen Betonklotz an die Füße, damit sie auch ja untergingen. Nur ein Sieg mehr, und man wäre drin geblieben. Normal ist das nicht.

Ingo Wald warnt sein Personal gern vor dem Schicksal der Franken im freien Fall. Er kann dann Lukas Fröde vorsprechen lassen. Der nahm an dem Desaster teil. Zurückschauend muss man trotzdem sagen: Die Kickers sind der Finger, der beim Bohren in der Nase brach. Dynamo Dresden hatte 2012/13 zur Halbserie immerhin 20 Punkte auf dem Konto und stieg noch ab. Mit anderen Worten, der MSV muss sich schon ziemlich "anstrengen", das Ziel zu verfehlen. Angesichts der guten Ausgangslage wollte ein Journalist keck wissen, ob man nun vielleicht mehr Richtung Sterne schaue. Ilia Gruev wand sich da wie ein Ringer bei der Abwehr eines Doppelnelsons. Was man beim Nachschauen finden: Seit 2008/09 haben es immerhin vier Mannschaften, die am 14. Spieltag auf Rang acht bis zehn standen, den oberen Relegationsrang bei der Schlussabrechnung erreicht. Mithin, Albträume sind seltener als Wunschträume. Und Weihnachten kommt erst noch.

Quelle: RP
 
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