| 00.00 Uhr

MSV Duisburg
Ein Wechselbad der Gefühle

MSV Duisburg: Ein Wechselbad der Gefühle
Thomas Meißner nimmt Maß und trifft in letzter Sekunde zum 3:3. FOTO: Frank Rumpenhorst/dpa
Fussball. Die Zebras erreichen in einem verrückten Spiel beim FSV Frankfurt durch ein Tor in letzter Sekunde noch ein 3:3. Haarsträubende Abwehrfehler brachten das Team von Ilia Gruev am Bornheimer Hang ins Hintertreffen. Von Thomas Tartemann

Der MSV Duisburg scheuchte seine 600 mitgereisten Anhänger im Fußball-Zweitliga-Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt durch ein Wechselbad der Gefühle. Zwischenzeitlich lagen die Meidericher bei den Hessen 1:3 zurück, kamen dann aber nach einer fulminanten Aufholjagd noch zum 3:3 (0:1)-Unentschieden.

In den Gesichtern der Spieler war nach dem Abpfiff von allem etwas zu erkennen. Enttäuschung, Erleichterung, Hoffnung, aber auch Ärger darüber, aus Frankfurt "nur" ein Pünktchen entführt zu haben. "Natürlich gehen wir in so ein Spiel, um es zu gewinnen", stellte Mittelfeldroutinier Baris Özbek fest, "wir waren auf keinen Fall die schlechtere Mannschaft. Leider haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht." Symptomatisch war die Szene zum frühen 1:0. Von Özbeks Knie prallte der Ball unglücklich ab, Steffen Bohl konnte den Schützen Ehsan Haji Safi nicht mehr entscheidend am Schuss hindern - schon war es passiert (5.). Die zweite Halbzeit begann mit einem ähnlichen Nackenschlag. Kevin Wolze ließ sich zu einfach von Fanol Perdedaj austanzen. Die Hereingabe in den Rücken der Duisburger Abwehr wurde von Zsolt Kalmár flach ins Netz geknallt - 2:0 (48.).

Stanislav Iljutcenko ließ die Zebras wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung wieder hoffen (59.), doch dann folgte die nächste Einladung der Duisburger Deckung: Wolze bugsierte den Ball flach durch den eigenen Strafraum. Yann Rolim bedankte sich mit einem Schuss in den Winkel - 3:1 (65.). "Die Gegentore waren viel zu einfach. Diese Situationen haben wir nicht gut verteidigt", meinte Coach Ilia Gruev, der das Torspektakel am Main als "verrücktes Spiel" einstufte. Gruev: "Für die Zuschauer war das sehenswert. Für uns Trainer nicht." Tomas Oral, Kaderchef der Frankfurter, monierte: "Wir haben es nicht geschafft, Ruhe in unser Spiel zu bekommen. Wir waren zu hektisch. Der MSV hatte in den letzten Wochen nicht so gepunktet, aber die Ergebnisse waren alle knapp."

Zunächst verkürzte Kingsley Onuegbu mit seiner ersten Ballberührung auf 3:2 (76.), bevor Thomas Meißner sein eigentliches Aufgabengebiet etwas ausweitete. Der Innenverteidiger rückte mit auf, stoppte ein Zuspiel gekonnt ab und nagelte den Ball zum 3:3 in die Maschen. "Natürlich ist ein Tor für mich etwas ganz Besonderes", meinte "Meise" nach dem Fight in Frankfurt, "wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir die bessere Mannschaft sind und hatten alle das Gefühl, dass wir besser werden."

Was nicht ins Bild passte, waren die Gegentore. Meißner: "Bei jedem Treffer fragst du dich: Was war da wieder los? Aber wir haben die richtige Einstellung gezeigt. Wir wollten unbedingt etwas mitnehmen. Das spricht für unsere Moral." Und dann schob der Blondschopf nach: "Wenn du nach drei Auswärtstoren keinen Sieg holst, ist das auch irgendwie enttäuschend." Teamkollege Steffen Bohl sprach von einem "hochverdienten Teilerfolg". Der Abwehrchef: "Wir hatten den FSV im Griff, haben eine extrem gute Spielanlage gezeigt. Durch das 3:3 rücken wir zwar nicht direkt an die Konkurrenz ran, aber so ein Resultat ist immer noch besser, als mit einer Niederlage nach Hause zu fahren."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

MSV Duisburg: Ein Wechselbad der Gefühle


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.