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MSV Duisburg
Gelingt den Zebras noch die Rettung?

MSV Duisburg: Gelingt den Zebras noch die Rettung?
Der MSV Duisburg - hier Steffen Bohl (links) - und Arminia Bielefeld - hier Christopher Nöthe - schlagen in der Liga verschiedene Richtungen ein. FOTO: L. Baron/ Getty
Fussball. MSV Duisburg: Der Aufsteiger ziert nach der Niederlage in Bielefeld weiter das Tabellenende der 2. Bundesliga. Allerdings startete auch die Konkurrenz mit Niederlagen in die Restsaison. Eine Pro-und-Contra-Betrachtung. Von Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann

Steffen Bohl fand in der Nacht zum Dienstag nicht richtig in den Schlaf. Der Vize-Kapitän des Zweitligisten MSV Duisburg hatte an der 1:2-Niederlage in Bielefeld zu knacken. "Die Enttäuschung ist riesig, wenn du immer wieder anrennst und immer wieder mit leeren Händen nach Hause fährst. Es tut einfach weh." Steffen Bohl ist nicht der einzige Duisburger, den die aktuelle sportliche Situation um den Schlaf bringt. Kann sich der MSV noch retten? Die Argumente.

Ja, weil es die Konkurrenz derzeit nicht viel besser macht. Fortuna Düsseldorf wechselte wieder einmal den Trainer, und es wurde wieder einmal nicht besser. Die Fortunen lieferten am Samstag beim vermeintlichen Neustart gegen Heidenheim eine desolate Leistung ab. Der SC Paderborn taumelt weiter dem Abgrund entgegen. Nicht nur der Genital-Skandal im Trainingslager in der Türkei macht dem Bundesliga-Absteiger zu schaffen. Trainer Stefan Effenberg ist die Reizfigur und muss nun bereits vier Monate nach seiner Verpflichtung um seinen Job bangen. Eine These: Je länger "Effe" in Paderborn bleibt, desto größer werden die Chancen für den MSV, den SCP zu überholen. Auch 1860 München verlor zum Ligastart - bot indes aus dem Kreis der Kellerkinder die beste Leistung.

Nein, denn Zahlen lügen nicht. Und die Statistiken sind aus Duisburger Sicht erdrückend. Der MSV stellt die schwächste Abwehr der Liga und die schwächste Auswärtsmannschaft im deutschen Profi-Fußball. Das Team verbuchte nur zwölf Punkte und nur 16 Tore aus 20 Spielen - warum soll das Team nun aus den verbleibenden 14 Partien plötzlich 20 Punkte oder mehr einsammeln können?

Ja, denn der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur fünf Punkte. Fünf Punkte sind im Fußball nicht viel und in zwei, drei Spielen aufzuholen - egal, wie dürftig die Punktausbeute zuvor war.

Nein, die personellen Probleme wiegen zu schwer. Vor allem der Ausfall von Victor Obinna ist ein Schlag ins Kontor. Hinzu kommt der Ausfall von Martin Dausch, für den die komplette Saison einer Vorstellung im Gruselkabinett gleichkommt. Hinzu kommt, dass derzeit nicht absehbar ist, wann und ob Dausch und Obinna den Zebras in dieser Saison noch helfen können. Auch die Verletzungen von Andreas Wiegel und Enis Hajri belasten.

Ja, weil es neue Alternativen gibt. Neu-Stürmer Tomané hinterließ in Bielefeld einen guten Eindruck und könnte in Kürze zünden. Dan-Patrick Poggenberg ist für die Defensive eine Alternative. Und Mittelfeld-Neuzugang Baris Özbek könnte zum entscheidenden Ideengeber avancieren.

Nein, denn der Faktor Zeit spricht gegen den MSV. Noch mag die Mannschaft intakt sein und im Kollektiv funktionieren. Sollte der MSV jedoch nicht kurzfristig den Anschluss an den Relegationsplatz herstellen können, werden die Spieler beginnen, sich Gedanken über ihre sportliche Zukunft machen. Naturgemäß glühen dann auch die Drähte bei den Beratern. Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass die Leistung der Spieler schlechter wird. Nur: Sie kicken in erster Linie nicht mehr für den Verein, sondern für ihre eigene Reputation, um in der kommenden Saison weiter im Geschäft zu sein.

Nein, weil personelle Härtefälle für Unruhe sorgen können, so lange der sportliche Erfolg ausbleibt. Giorgi Chanturia ist nicht nach Duisburg gekommen, um auf der Bank zu sitzen. Auch Kingsley Onuegbu fühlt sich dort nicht wohl, auch wenn der King zuletzt auf dem Platz keine Akzente setzen konnte.

Nein, denn "MSV Babylon" kann nicht funktionieren. In der Kabine wird Deutsch gesprochen, was nicht jeder versteht. Am und auf dem Platz geht's wild durcheinander. Rolf Feltscher, der Spanisch spricht, dolmetscht für Tomané, der Portugiesisch spricht. Giorgi Chanturia spricht überwiegend Englisch. Immerhin: Viktor Obinna und Kingsley Onuegbu sprechen zufällig die gleiche nigerianische Lokalsprache.

Ja, weil trotz der miserablen Punktausbeute die Fans noch immer hinter dem MSV stehen. Auch in Bielefeld war die Unterstützung stark. Der Support der Fans kann den ein oder anderen Punkt bringen.

Quelle: RP
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