| 22.08 Uhr

2:1 gegen 1860 München
MSV landet nächsten Big Point im Abstiegskampf

Brökers "Phantom-Tor" sorgt für Gesprächsstoff
Brökers "Phantom-Tor" sorgt für Gesprächsstoff FOTO: dpa, rwe nic
Duisburg. Es war wieder "Wenn-nicht-jetzt-wann-dann"-Zeit in Duisburg. Diesen Gemütszustand kennen sie beim MSV in dieser Saison. So oft hatte sich der Klub in Auswärtsspielen der 2. Liga eine gute Basis geschaffen, um zuhause nachzulegen und damit den über weite Strecken uneinholbar scheinenden Rückstand im Kampf um den Klassenerhalt zu verkürzen. Und so oft hatten die Meidericher anschließend versagt. Von Patrick Scherer

Gegen 1860 München nutzte der MSV nach dem Überraschungserfolg in Nürnberg seine Möglichkeit. Das Team von Ilia Gruev erkämpfte sich in einem Herzschlagfinale ein 2:1. Der Relegationsplatz ist kein Silberstreif am Horizont mehr, sondern vier Spieltage vor Saisonende vielmehr realistisches Ziel.

22.482 – diese Zahl spricht dafür, dass Duisburg verstanden hat, worum es für seinen MSV derzeit geht. Es ist die Zahl der Besucher, die sich gestern Abend in der MSV-Arena einfanden - die zweitbeste Auslastung der Saison. Vor zwei Wochen herrschte noch Endzeitstimmung nach der 0:2-Heimniederlage gegen Heidenheim. Gestern mobilisierten sich Einwohner und Anhänger noch einmal, um gemeinsam dem drohenden Gang in die Dritte Liga zu trotzen. Das Publikum ging in Vorleistung, unterstützte das Team vor allem zu Beginn lautstark. Wahrnehmbare Auswirkungen waren bei der blau-weißen Elf aber nicht zu erkennen. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, nicht in Rückstand zu geraten. Offensive Aktionen resultierten meist aus Standardsituationen. Sinnbildlich für den ersten Durchgang war eine Szene kurz vor dem Pausenpfiff. Duisburgs Angreifer Victor Obinna setzte zum Solo an. Der Nigerianer geriet aus dem Geleichgewicht, schleppte sich aber mit letzter Kraft durch zwei Zweikämpfe, fiel dann aber, als der   Weg zum Tor schließlich frei war, doch noch um. Der Wille war da, an der Umsetzung haperte es.

Duisburg - 1860 München FOTO: dpa, rwe nic

Nicht, dass die Gäste mehr Spielwitz zu bieten gehabt hätten, aber sie hatten Michael Liendl. Der Ex-Fortune bot nach etwas mehr als einer halben Stunde seine ganze individuelle Qualität im linken Fuß auf. Aus 25 Metern erzielte er, quasi aus dem Stand, per Traumtor in den Winkel die Führung.

Erst jetzt, mit dem Rücken zur Wand, traute sich der MSV mehr zu – und das sollte belohnt werden. Thomas Bröker traf wenige Sekunden nach seiner Einwechslung per Kopf zum 1:1. Der Treffer fand Anerkennung, obwohl die Zweifel groß blieben, ob der Ball wirklich hinter der Linie war.

"Das 1:1 war ein bisschen glücklich", gab Bröker zu und ergänzte: "Danach haben wir nur noch Feuer gemacht. Ich bin froh, dass wir uns belohnen konnten. Wir haben uns eine tolle Ausgangsposition erarbeitet und wenn wir so weiterspielen, können wir das packen." 1860-Keeper Ortega schimpfte über die Unparteiischen: "Was sich die Schiedsrichter manchmal erlauben, ist eine Frechheit. Ich wünsche mir, dass die nie wieder pfeifen dürfen."

Vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit sorgte Victor Obinna dann für völlige Ekstase in der Arena. Zu diesem Zeitpunkt war der MSV in Überzahl auf dem Platz. Münchens Milos Degenek hatte kurz zuvor Gelb-Rot gesehen. Der MSV glaubt wieder an sich und den Klassenerhalt.

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