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Remis nach Aufholjagd als Präsent

Lokalsport: Remis nach Aufholjagd als Präsent
In Bochum hatte er noch gepatzt, nun rettete Kingsley Onuegbu (links) seinem Team noch einen Punkt. FOTO: Jörg Schimmel
Fussball. MSV Duisburg: 1:3 liegen die Zebras zur Pause gegen den 1. FC Heidenheim zurück, ehe das Team sich in letzter Minute noch einen Punkt sichert. Kevin Wolze mit seinem dritten Doppelpack im Duisburger Trikot und "der King" treffen. Von Dirk Retzlaff und Sven Kowalski

Ingo Wald hatte am Samstag schwer zu schleppen. Der Präsident des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg feierte am Freitag seinen 60. Geburtstag, beim Spiel gegen den 1. FC Heidenheim kamen einige Gratulanten nicht mit leeren Händen. Ein Präsent gab es allerdings ohne Geschenkpapier. MSV-Trainer Ilia Gruev widmete nach dem 3:3 (1:3) gegen den 1. FC Heidenheim den Punktgewinn dem Präsidenten und Fitnesstrainer Andreas Tappe, der ebenfalls Geburtstag hatte.

Nach einem 1:3-Pausenrückstand ist ein Remis ein Geschenk, zumal Heidenheim unmittelbar nach dem Seitenwechsel eine Großchance zum vierten Treffer ausließ. Doch so kam es zur Wende, die Kevin Wolze mit seinem sehenswerten Treffer zum 2:3 (50.) einleitete.

Wolze, der seinen dritten Doppelpack als MSV-Spieler feierte, attestierte den Zebras die "schwächste Halbzeit der Saison" und betrachtete die geglückte Aufholjagd als Beweis dafür, "dass die Mannschaft lebt." Den Geist der Mannschaft hob auch Kingsley Onuegbu, der in der 90. Minute aus kurzer Distanz das 3:3 erzielte, hervor. "Der Teamgeist zeichnet uns aus. Jeder ist gierig, Stammspieler zu werden", schließen sich für den Nigerianer der Kampf um die Startplätze und ein intaktes Gefüge nicht aus.

Dass Onuegbu derzeit Stammkraft auf der Bank ist, ist für ihn kein Grund, die Flügel hängen zu lassen. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich gebe immer Gas und habe in der Vorbereitung die meisten Tore geschossen. Aber der Trainer hat sich gegen mich entschieden. Das habe ich akzeptiert und mache mit einer positiven Einstellung weiter. So wie alle anderen auch", sagte der 31-Jährige.

Mit seinem Ausgleichstreffer in letzter Minute demonstrierte der Nigerianer, wie wichtig er für das Team noch ist. Dass er eine ähnliche hochkarätige Chance aus kurzer Distanz am vergangenen Dienstag in Bochum noch hatte liegen lassen, nahm sein Trainer mit Humor: "Mir ist es lieber, dass er heute das wichtige 3:3 gemacht hat statt in Bochum das 3:0. Da haben wir sowieso gewonnen."

Den Stammplatz auf der Bank hat Ahmet Engin vorerst verloren. Er stand am Samstag zum vierten Mal in Folge in der Startelf und verdiente sich zum dritten Mal in Folge einen Assist, indem er den Elfmeter, der zum 1:1 führte, herausholte.

Trotz aller Freude über den späten Punktgewinn müssen sich die Duisburger in der Nachbereitung des Spiels vor allem die erste Halbzeit noch einmal zur Brust nehmen. Deutlich wurde dabei auch, dass Borys Tashchy und Moritz Stoppelkamp nach ihren Verletzungen noch lange nicht zur alten Stärke zurückgefunden haben. Tashchy legte zwar bis zu seiner frühen Auswechslung in der 57. Minute die stärkste Laufleistung aller Duisburger hin, dies schlug sich allerdings nicht effektiv nieder.

Stoppelkamp hatte auf der Außenbahn viele Probleme. Ohnehin war die linke Seite neben der Innenverteidigung der Schwachpunkt im Duisburger Spiel. Stoppelkamp und Wolze ließen zu viel zu - so kam auch der Treffer zum 1:2 von Marc Schnatterer zustande. Mit seinen zwei Treffern avancierte Wolze dann aber doch noch zum Mann des Tages. "Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele kleine Fehler gemacht", gab der Mannschaftskapitän zu. "Drei Gegentore in einer Halbzeit - das darf einfach nicht passieren", ärgerte sich Moritz Stoppelkamp.

Mittelfeldregisseur Fabian Schnellhardt konnte an seine starke Leistung aus dem Bochum-Spiel nicht anknüpfen, überdies handelte er sich seine fünfte gelbe Karte ein - wegen Meckerns. Da wird ihn Trainer Ilia Gruev zur Kasse bitten. Beim nächsten Spiel in Darmstadt wird somit Neuzugang Christian Gartner zu seinem Startelf-Debüt kommen.

Das nächste Heimspiel gegen Arminia Bielefeld steht am 10. Februar an - womöglich auf einem neuen Geläuf. Der Rasen, den der MSV erst im vergangenen März erneuern ließ, befand sich am Samstag in einem katastrophalen Zustand. "Ein gutes Spiel war da gar nicht möglich", befand Moritz Stoppelkamp. Sportdirektor Ivica Grlic wollte nicht ausschließen, dass der Rasen nicht noch einmal erneuert wird.

Diese Geschichte kennen wir schon von Borys Tashchy und Moritz Stoppelkamp: Am Samstag zog sich Enis Hajri eine Knöchelverletzung zu, der Rechtsverteidiger musste vorzeitig vom Platz. Heute unterzieht sich der Außenverteidiger einer MRT-Untersuchung. Da hofft nicht nur Hajri selbst, dass die Geschichte glimpflicher als bei seinen Kollegen Tashchy und Stoppelkamp, die mehrere Wochen ausfielen, ausgehen wird.

Sollte es Enis Hajri dennoch schlimmer erwischt haben, will sich Sportdirektor Ivica Grlic bis zum Ende der Transferfrist am Mittwoch noch um einen Ersatz bemühen. Ein neuer Stürmer wird laut Grlic im Rahmen des Winterschlussverkaufs nicht beim Aufsteiger anheuern. "Wir haben beschlossen, nichts mehr zu machen", erklärte der 42-Jährige nach dem Spiel am Samstag.

Quelle: RP
 
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