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MSV Duisburg
Streicheleinheit statt Vorschlaghammer

MSV Duisburg: Streicheleinheit statt Vorschlaghammer
Fokussiert: MSV-Trainer Ilia Gruev FOTO: firo
Fussball. MSV Duisburg: Der Trainer nutzt die Tage nach dem KSC-Spiel, um sein Personal stark zu reden. Der vorzeitig ausgewechselte Kevin Scheidhauer verliert seinen Platz für das Duell in Fürth, ist aber nicht abgeschrieben. Von Thomas Tartemann und Thomas Kristaniak

Für Kevin Wolze ist der Weg zur Kasse kurz. Der Linksverteidiger des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg leistete sich beim 0:1 gegen den Karlsruher SC eine Undiszipliniertheit, als er den Ball nach einer Freistoßentscheidung gegen ihn wegdrosch. Die Folge: Zeitverlust für den MSV und Gelb für Wolze. Da der 25-Jährige schon seit längerer Zeit gewissenhaft die Gelder für die Duisburger Mannschaftskasse einsammelt, muss er nun bei sich selbst löhnen. Unnötige Karten werden von Trainer Ilia Gruev sanktioniert. Damit hat es sich dann aber auch.

"Es gibt Situationen im Spiel", sagt der Duisburger Coach, "in denen du einfach gefrustet bist und dann in der Sekunde nicht darüber nachdenkst, was du gerade tust. Mit etwas Abstand würde so etwas dann nicht mehr passieren." Das Beispiel von Kämpferherz Wolze ist nur ein Beleg dafür, wie die angespannte sportliche Lage an den Duisburger Einsatzkräften nagt. Gegen den KSC lief nach dem Blitz-Rückstand wenig bis gar nichts zusammen. Gruev: "Wir wollten kontrolliert auftreten, Ballsicherheit herstellen und ähnlich wie beim 3:0 gegen Sandhausen für Gefahr sorgen. Durch das schnelle Gegentor war die Mannschaft allerdings geschockt. In den Aktionen hat anschließend die Ruhe gefehlt."

Ilia Gruev, "Co" Daniel Felgenhauer und Keeper-Trainer Sven Beuckert haben die letzten Tage nicht nur genutzt, um Erfolgserlebnisse bei den Übungseinheiten einzuleiten, sondern auch, um die geknickten Kicker zu stärken. "Wir haben die Aufgabe, die Jungs wieder aufzubauen", so Gruev. Er selbst kann sich keine langen Auszeiten gönnen und muss schnell wieder als Chefanweiser die Richtung angeben. Gruev räumte gestern ein, dass auch bei ihm ein paar Stunden nötig waren, um den KSC-K.o. zu verdauen. Der Bulgare schnürte zuhause seine Joggingschuhe und drehte eine knackige 45-Minuten-Runde. Aktive Frust-Bekämpfung. Sein Personal, das am Freitagabend (18.30 Uhr) bei Greuther Fürth den Negativlauf beenden soll, benötigt aktuell mehr die streichelnde Hand statt des Vorschlaghammers. "Wir reden viel mit den Jungs, bauen sie auf, versuchen sie zu stärken. In der aktuellen Phase brauchst du zwei, drei Typen, die vorne wegmarschieren", so Gruev. James Holland soll einer von ihnen sein. Nach seiner Gelbsperre kehrt der Australier, dessen Formkurve seit dem Jahresende nach oben zeigt, ins defensive Mittelfeld zurück. "James kann viel ordnen und ist aufgrund seiner Zweikampfstärke wichtig", sagt der Coach.

Angriffs-Schrank Kingsley Onuegbu ist an seiner alten Fürther Wirkungsstätte erneut kein Startelfthema bei den Zebras. Gruev: "Er hatte in der Vorbereitung zwischendurch muskuläre Probleme. Danach fehlte etwas die Frische. Kingsley ist jetzt auf einem guten Weg, seine alte Form zu finden." Einen Bankplatz bekommt erwartungsgemäß Kevin Scheidhauer, der seinen Dienst zuletzt nach 41 Minuten quittieren musste. "Kevin ist ein Spieler, der sich peu a peu gesteigert und eine gute Vorbereitung abgeliefert hat. Gegen den KSC funktionierte bei ihm leider zu wenig. Deswegen habe ich in diesem Spiel reagiert. Es ist aber nicht so, dass er nun wochenlang keine Rolle mehr spielt", betont der MSV-Trainer.

Quelle: RP
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