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MSV Duisburg
Tomané: "Ich bin zu 100 Prozent motiviert

MSV Duisburg: Tomané: "Ich bin zu 100 Prozent motiviert
Tomané (2. von rechts) freut sich auf seine neue Aufgabe. Links im Bild: MSV-Trainer Ilia Gruev. FOTO: Ute Gabriel
Fussball. MSV Duisburg: Der Neuzugang nahm am Mittwoch seine Arbeit in Duisburg auf. "Ich bin ein Typ, der alles gibt." Manager Ivica Grlic meint: "Es ist nicht normal, dass solch ein Spieler zum Tabellenletzten der 2. Liga wechselt." Von Thomas Tartemann und Dirk Retzlaff

Für Tomané war die Zeit des Wartens am Mittwoch endlich vorbei. Der neue Hoffnungsträger des abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten, der bis zum Saisonende von seinem Stammverein Vitoria Guimarães ausgeliehen wurde, bekam das langersehnte grüne Licht. Die letzten Details wurden am Mittwochmorgen geklärt. Tomané, der in der Sportschule Wedau einquartiert wurde, weil wegen der beliebten Boot-Messe in Düsseldorf alle Hotels im Umkreis ausgebucht waren, hatte zum besseren Verständnis eine Übersetzungs-App auf seinem Mobiltelefon installiert. So konnte er die einzelnen Regularien, die noch zu klären waren, von englischer in portugiesische Sprache übersetzen lassen.

Am Nachmittag um 13.47 Uhr nahm Tomané in einer kleinen Zebra-Trainingsgruppe erstmals die Arbeit in seiner neuen Umgebung auf. Nach der ersten Einheit, die vorwiegend aus Technik- und Torschussübungen bestand, wurde der 23-Jährige in einer Pressekonferenz vorgestellt. "Ich bin kein Heiliger", sagte der Stürmer, "aber ich bin zu 100 Prozent motiviert, um dem MSV Duisburg zu helfen. Ich bin ein Typ, der alles gibt und werde alles dafür tun, damit der MSV in der Liga bleibt."

Ursprünglich sollte der Portugiese, dessen Marktwert auf 2,5 Millionen Euro taxiert wird, bereits vor über einer Woche während des Duisburger Trainingslagers im türkischen Belek zum Team stoßen. Doch die Verhandlungen mit Guimarães zogen sich hin, auch wenn der MSV mit seinem neuen Angreifer schnell einig war. "Es war", räumte Manager Ivica Grlic dann auch ein, "ein hartes Stück Arbeit. Es hat leider einen Tick länger gedauert. Das Ziel war, Tomané mit ins Trainingslager zu holen. Leider hat sich die Ausleihe verzögert." Grlic schob angesichts des Unmuts, der im Umfeld des MSV durch die Hängepartie entstanden war, nach: "Wir reden hier über einen Stammspieler des portugiesischen Tabellensechsten. Es ist nicht normal, dass so ein Spieler zum Tabellenletzten der 2. Liga in Deutschland kommt."

Was hat Tomané überhaupt bewogen, sich in den kommenden Wochen Existenzkampf in der 2. Spielklasse anzutun? "Das hört sich etwas ungewöhnlich an, aber diese Liga, in der ich jetzt spiele, ist in Portugal hoch angesehen und sehr bekannt. Ich freue mich sehr auf die Zeit beim MSV. Es ist eine Superchance für mich. Ich fühle mich hier hervorragend aufgenommen."

Mit Rolf Feltscher, Victor Obinna und Giorgi Chanturia sind mehrere MSV-Profis in der Lage, mit Tomané portugiesisch zu sprechen. Beim Übersetzen half gestern an seinem Premierentag der in Deutschland geborene Portugiese Manuel Bruno. Trainer Ilia Gruev: "Die Hauptverständigung läuft auf englisch. Wir werden aber eine vernünftige Lösung finden und vor den Trainingseinheiten Dinge mit Übersetzer absprechen."

Der Coach verlangt, dass sein neuer Offensivmann sofort zündet. "Ich erwarte von ihm Tore", sagt Gruev, "Tomané ist ein Spieler, der in die Tiefe geht, der viel vorbereitet, aber auch selbst abschließt. Bei Guimarães hat er ab und zu auf Konter gespielt, teilweise war das Spiel auch auf Dominanz ausgelegt. Er kann also beides."

Im Gegensatz zu Victor Obinna, der über ein Jahr auf der Tribüne saß, kommt Tomané aus dem laufenden Spielbetrieb. "Er steht voll im Saft, ist jung und wollte unbedingt zu uns. Das war uns sehr wichtig", so der MSV-Trainer.

Quelle: RP
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