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Zweites Spiel in Folge ohne MSV-Tor

Lokalsport: Zweites Spiel in Folge ohne MSV-Tor
Auch Andreas Wiegel konnte den Bann in der Offensive nicht brechen. FOTO: Fabian Strauch
Fussball. Der Drittligist kommt im Heimspiel gegen Holstein Kiel nicht über ein torloses Remis hinaus und verpasst den erneuten Sprung an die Spitze. Trainer Ilia Gruev stellt aber das Positive heraus. Von Dirk Retzlaff und Sven Kowalski

Die Leichtigkeit ist erst einmal dahin, die angestrebte Rückkehr an die Tabellenspitze der 3. Fußball-Liga bis auf weiteres vertagt. Der MSV Duisburg musste sich gestern Abend im Heimspiel gegen Holstein Kiel mit einem 0:0 begnügen. "Wir wollten natürlich gewinnen, können aber mit dem Punkt leben", so MSV-Trainer Ilia Gruev. Der Coach schob nach: "Wir sind keine Übermannschaft. Niemand darf erwarten, dass wir einen Gegner immer mit drei oder vier Toren nach Hause schicken."

Zumindest ein Tor hätte den Meiderichern gut zu Gesicht gestanden. Die Zebras blieben gestern im zweiten Spiel in Folge ohne Torerfolg. "Das ist die negative Sichtweise", sagt Gruev und führt weiter aus: "Die positive ist, dass wir zu Hause weiter ungeschlagen und noch ohne Gegentor sind."

Mit vier Veränderungen gegenüber dem Wehen-Spiel nahm Ilia Gruev die Partie gegen die Störche in Angriff. Nico Klotz startete als Rechtsverteidiger, im Mittelfeld waren Tim Albutat und Andreas Wiegel dabei, im Angriff erhielt Kingsley Onuegbu seine Chance. Martin Dausch gehörte krankheitsbedingt nicht dem Kader an. Der Ex-Berliner laboriert an einer Grippe und wird voraussichtlich auch für das Spiel in Erfurt am Sonntag ausfallen.

Die Zebras wollten die passende Antwort auf den enttäuschenden Auftritt in Wiesbaden, doch die erste Saisonniederlage lastete lange wie Blei auf den vor kurzem noch so starken Zebra-Schultern. Die Meidericher bemühten sich, ihr aggressives Spiel aufzuziehen, attackierten früh, doch die von Gruev geforderte und zuletzt auch gelobte Dominanz war über weite Strecken nicht erkennen. Eine hohe Fehlerquote war Gift für den Spielfluss. Auch Routinier Branimir Bajic ließ sich im Abwehrzentrum zu Patzern hinreißen. Und so etwas gibt es auch nicht alle Tage: Der Gast durfte schon in der 36. Minute seinen achten Eckball ausführen.

Chancen erspielten sich von Beginn an beide Seiten. Rafael Czichos köpfte den Ball schon nach sechs Minuten nur knapp neben das Duisburger Tor. Fünf Minuten später war der MSV am Zug. Doch Kingsley Onuegbu verstolperte den Ball bei einem versuchten Dribbling im Strafraum. Der King fand auch später kaum Zugriff aufs Spiel. Es bleibt weiterhin das größte Problem für Trainer Gruev: Egal, welche Rotationsvariante er wählt, die Stürmer zünden kaum noch. Gestern kam nach 69 Minuten mit Stanislav Iljutcenko ein weiterer Angreifer ins Spiel - besser wurde es aus Duisburger Sicht nicht. Auch der Deutsch-Russe fand keinen Zugriff.

Für den größten Aufreger in der ersten Halbzeit sorgte Tim Albutat. Der Mittelfeldspieler setzte den Ball mit einem lang gezogenen Schuss auf die Latte. Holstein-Keeper Kenneth Kronholm hätte alt ausgesehen, er stand etwas zu weit vor seinem Kasten (35.).

Im zweiten Durchgang gehörte die erste Szene wieder den Kielern. Steven Lewerenz knallte den Ball aus 18 Metern MSV-Torwart Mark Flekken an die Brust (46.). Ähnlich war es in der 65. Minute, als Gäste-Schlussmann Kronholm die Kugel nach einem Janjic-Schuss nicht festhalten konnte.

In der 79. Minute war MSV-Keeper Flekken bereits geschlagen, doch Branimir Bajic bereinigte die Situation nach einem Schuss von Kingsley Schindler knapp vor der Linie.

Holstein-Trainer Markus Anfang war mit dem Remis zufrieden. Allerdings hätte er sich im ersten Durchgang einen Torerfolg gewünscht. "In dieser Phase waren wir das dominantere Team", stellte der frühere MSV-Profi fest. Nach der Pause nahm das Übergewicht der Gastgeber zu, doch es mangelte an den zündenden Ideen. Auch mit Standards fanden die Duisburger nicht den Weg zum Ziel.

Die - noch - kurze Durststrecke bereitet Stürmer Kingsley Onuegbu keine Sorgen. Er ist zuversichtlich, bald in die Erfolgsspur zurückzufinden. Onuegbu: "Wir sind eine Mannschaft mit Charakter. Wir werden auch wieder Tore schießen." Im Idealfall schon am Sonntag in Erfurt.

Quelle: RP
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