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Duisburg
Sprachcamp gleicht einer Initialzündung

Duisburg. Die Niederrheinische IHK, die Talent-Metropole Ruhr und die Stadt Duisburg förderten ein Ferienprojekt, bei dem Schüler für ein Berufspraktikum fit gemacht wurden. Von Alfons Winterseel

Wenn es den 25 Schülern der Marxloher Herbert-Grillo-Gesamtschule, die in den Osterferien am zweiten IHK-Berufsorientierungs- und Sprachcamp teilgenommen haben, so geht wie den Teilnehmern im vergangenen Jahr, werden sie alle einen Platz fürs Berufspraktikum bekommen. Und zwar ohne große Hilfe. "Alle Teilnehmer aus dem letzten Jahr haben einen Platz bekommen", berichtet Yassine Zerari, Projektkoordinator der IHK für das Duisburger Schulmodell.

Hilfe dabei hätten sie durchaus bekommen können, denn die versprachen damals wie am gestrigen Abschlusstag im Internationalen Zentrum die Vertreter der Wirtschaft, die das Projekt mittragen, an der Spitze IHK-Präsident Burkhard Landers. "Doch das war gar nicht nötig, wie uns die Lehrer der damaligen Teilnehmer berichtet haben", freut sich Zerari. Die Vereine Mabilda (Mädchenarbeit) und Jungs e.V. (Jungenarbeit) waren für das Sprachcamp verantwortlich. Sprachcamps gibt es für jüngere Schüler in den Ferien schon länger. Eines mit der Ergänzung Berufsorientierung gab es nun zum zweiten Mal.

Die Finanzierung für die Jahre 2017 und 2018 sei bereits gesichert, sagte Burkhard Landers. Gefördert wird das Projekt durch die Niederrheinische IHK, den Beirat des Duisburger Schulmodells und die TalentMetropole Ruhr in Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg. Als Starthilfe für die Schüler sieht es die Wirtschaft, doch was da in den 14 Tagen passiert, gleicht scheinbar mehr einer Initialzündung: Sich als Schüler der Klassenstufe acht hinzustellen und vor Vertretern der Duisburger Wirtschaft und dem Oberbürgermeister zu präsentieren, was sie in den letzten zwei Wochen alles gemacht haben, zeugt von aufgetanktem Selbstbewusstsein. Umgekehrt ist es auch ein Zeichen für die Schüler: Wir nehmen Euch ernst. Burkard Landers lobte die Schüler: "Das hier hat mich tief beeindruckt." Auch Oberbürgermeister Sören Link sparte nicht mit Lob: "Ihr habt Euch etwas getraut!" Dass drei Schülerinnen trotz eines Hängers in ihrem Liedvortrag den Faden wieder aufnahmen und das Lied zu Ende brachten, fand noch einmal sein besonderes Lob, weil sie sich davon nicht entmutigen ließen. Die Warteliste für einen Platz im Camp war nach Angaben der IHK in diesem Jahr besonders lang. Die Jugendlichen aus Marxloh mussten ihre Lehrer in einem Auswahlverfahren zunächst einmal von ihrer Motivation überzeugen, denn Lernbereitschaft und Wille sind wichtige Voraussetzungen, um mitmachen zu können.

Sven Leimkühler von Jungs e.V.: "Bei der Arbeit mit Jugendlichen in diesem Alter ist es zudem besonders wichtig, auf Unterschiede von Jungen und Mädchen einzugehen, denn die Jugendlichen sollen ohne Scheu alle Fragen und Unsicherheiten mit den pädagogischen Fachkräften klären können."

Spielerisch lernten die Teilnehmer in dem Camp, wie wichtig zum Beispiel die Teamfähigkeit fürs Berufsleben ist. So gründeten die Jugendlichen eine fiktive Wohngemeinschaft, erstellten einen Haushaltsplan, arbeiteten einen Tag gemeinsam im Hotel Montan. Sie simulierten Bewerbungsgespräche, besuchten die Duisburger Stadtbibliothek und sprachen mit Polizisten über deren Berufsbild.

"Wir haben hier viele neue Berufe kennengelernt und erfahren, wie wichtig Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind", waren sich die 14-jährige Valentina Hashimi und der gleichaltrige Kerem Melek einig. "Außerdem müssen wir viel mehr Bücher lesen, um uns noch besser ausdrücken zu können." Mit dem neuen Bücherei-Ausweis, den sie alle beim Besuch der Stadtbibliothek bekamen, dürfte das in Zukunft aber gar kein Problem mehr sein.

Quelle: RP
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