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Duisburg
Sprachkurse sind ein großer Vorteil für die Zuwanderer

Duisburg. An vielen Stellen werden Flüchtlinge und aus Südosteuropa Ausgewanderte betreut, Sprachvermittlung ist dabei besonders wichtig.

Rumänen, Bulgaren, Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber - immer mehr Menschen versuchen in Duisburg einen Neuanfang. Zum Stichtag 1. Mai waren 12 130 Bulgaren und Rumänen hier gemeldet, darunter 2662 schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Hinzu kamen 2157 Flüchtlinge und Asylbewerber, von denen 1142 in Übergangseinrichtungen untergebracht waren, die übrigen in den zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden 400 Wohnungen. Sie alle eint, dass sie gar nicht oder so gut wie kein Deutsch verstehen und sprechen und damit die wohl wichtigste Voraussetzung für ein Leben hier nicht haben bzw. hatten. Das Kommunale Integrationszentrum bringt eine Reihe von Projekten auf den Weg, mit deren Hilfe dies geändert werden soll.

"Unser Haus Europa" ist die Arbeitsmarktmaßnahme überschrieben, die sich gezielt an Bulgaren und Rumänen wendet. Deutsch- und Alphabetisierungskurse laufen hier mit beruflichen Qualifizierungen zusammen. Seit dem vorigen Jahr haben bereits 424 Teilnehmer daran teilgenommen und damit deutlich mehr als die geplanten 360. Aktuell befinden sich 146 Teilnehmer in diese Maßnahme, und 80 hatten dank der Vorbereitung die Möglichkeit, in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnisse zu wechseln. Volkshochschule und GfB (Gesellschaft für Beschäftigungsförderung) sind hierbei wichtige Partner. Eine weitere Säule bilden die Integrationslotsen, die Ende vorigen Jahres ihre Arbeit aufgenommen haben Sie verstehen sich als Vermittler, Netzwerker, Multiplikatoren und Begleiter in alltäglichen Lebenslagen (Behördengänge, Lehrergespräche, Wohnungssuche etc.) Rund 180 Einsätze haben sie im Monat, die Nachfrage ist deutlich höher. Zwei Lotsen arbeiten seit April in Hochfeld und Marxloh gezielt daran, EU-Zuwanderer in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Eine besondere Herausforderung stellt die Beschulung der zugewanderten Kinder dar. Denn dazu bedarf es nicht nur geeigneter Schulen, sondern auch die Lehrer, die in den so genannten Seiteneinsteigerklassen eingesetzt werden, müssen entsprechend geschult werden. Das Kooperationsprojekt "Zusammen - Zuwanderung und Schule gestalten" wird von der Stadt, der Stiftung Mercator und RuhrFutur gemeinsam betrieben. Ein weiteres Feld, das das Kommunale Integrationszentrum beackert, ist das Rucksack-Programm. Hier werden die Mehrsprachigkeit der zugewanderten Kinder und die Elternkompetenzen gestärkt. Die Kursleiter, die meist die jeweiligen Herkunftssprachen beherrschen, leisten Hilfe in Erziehungsfragen und vermitteln erste Einblicke in das deutsche Bildungssystem, Acht solcher Rucksackgruppen gibt es inzwischen -, vier in Hochfeld, vier in Marxloh.

Wer den Flüchtlingen und Zugewanderten bei der Integration helfen will, muss kein Beschäftigter der Stadt oder des Landes sein. Auch Ehrenamtliche wie pensionierte Lehrer sind willkommen, die zum Beispiel in Sprachgruppen mitarbeiten, Behördenbegleitung übernehmen oder andere Tätigkeiten. 30 ehrenamtliche Helfer sind bereits im Einsatz.

(hch)
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