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Duisburg
Stadt legt Gehälter offen

Das verdienen die Vorstände in Duisburg
Das verdienen die Vorstände in Duisburg FOTO: Kazur, Jörg
Duisburg. Das Transparenzgesetz verpflichtet die Kommunen zur Auskunft über die Gehälter städtischer Führungskräfte. Die Spitzenkräfte in Duisburg verdienen zwischen 110 000 und einer halben Millionen Euro im Jahr. Von Tim Harpers

Das Gehalt gilt in deutschen Betrieben gemeinhin als Tabuthema. In Unternehmen, die in öffentlicher Hand sind, wird sich das in Zukunft ändern. Der Grund dafür ist das von der einstigen schwarz-gelben Landesregierung auf den Weg gebrachte Transparenzgesetz, das die Kommunen dazu verpflichtet, die Zuwendungen von Geschäftsführern und Aufsichtsräten städtischer Unternehmen offenzulegen.

In den Konzernabschlüssen des Jahres 2010 sind die Unternehmen erstmals zur Auskunft über die Gehälter verpflichtet. Einige der städtischen Töchter haben die Vergütungen ihrer Führungsgremien im aktuellen Jahresbericht allerdings noch verschwiegen. Auf Nachfrage bei der Stadt gelang es der Redaktion jedoch, auch die fehlenden Werte in Erfahrung zu bringen.

Der Geschäftsführer der "Duisburg Marketing Gesellschaft", Uwe Gerste, verdiente beispielsweise im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 genau 110 916 Euro. Ähnlich viel nahm der Geschäftsführer der "Immobilien-Management Duisburg" (IMD) Uwe Rohde ein. Mit genau 116 000 Euro Jahresgehalt gehört er jedoch wie Gerste nur zu den Geringverdienern unter den kommunalen Führungskräften. "Ich finde es nicht richtig, dass Gehälter von Unternehmensleitungen offengelegt werden müssen, die sich nicht aus Steuermitteln finanzieren", sagte Rohde auf Nachfrage unserer Redaktion. "Damit werden nur Lebensverhältnisse offengelegt und das wiederum führt zu einer öffentlichen Diskussion, die nicht wertfrei geführt werden kann."

Zu den Besserverdienern unter Duisburgs leitendem Personal zählen unter anderem Dr. Ralf Oehmke, der Geschäftsführer der "Innenstadt Entwicklungsgesellschaft" und Thomas Patermann, der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsbetriebe. Mit Gehältern in Höhe von 171 000 Euro (Patermann) bzw. 156.000 (Oehmke) bilden die beiden jedoch allenfalls das finanzielle Mittelfeld.

Die höchsten Zuwendungen erhielten die Vorstände des erfolgreichen DVV-Konzerns (Stadtwerke und DVG). Für die Geschäftsführung gab es im vorigen Jahr insgesamt 1 453 000 Euro an Gehalt und Prämien. Welcher der vier Vorstände aber wie viel verdient hat, das ist nicht öffentlich geworden.

Ganz anders verhält es sich mit den Zahlen der Hafen AG. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Erich Staake, ließ sich im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht 530 630,32 Euro auf seinem Konto gutschreiben. Doch bei aller Offenlegung muss eines berücksichtigt werden: Durch weitere Zuwendungen, die nicht öffentlich bekanntgegeben werden, dürfte in den meisten Fällen das Jahres- bzw. Monatsgehalt deutlich höher ausfallen.

(jco)
 
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