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Duisburg
Stadt macht Tempo am Alten Angerbach

Duisburg: Stadt macht Tempo am Alten Angerbach
Das Luftbild aus Richtung Osten zeigt sie anschaulich: die fast dreieckige bisherige Freifläche zwischen Infineon und der neuen Eifelsiedlung. FOTO: Hans Blossey
Duisburg. Die Bezirksvertretung wurde jetzt zur Einleitung des Umlegungsverfahrens angehört. Dabei machten die Lokalpolitiker noch einmal das Für und Wider des geplanten Neubaugebiets deutlich. Von Martin Kleinwächter

Bei der Vorbereitung des künftigen Neubaugebiets Am Alten Angerbach macht die Stadtverwaltung Tempo. Östlich der Stadtbahntrasse ist eine weitere Eigenheimsiedlung nach dem Muster der Angerbogen-Siedlung geplant. Die Bezirksvertreter wurden jetzt dazu angehört, dass bereits die Umlegung dafür angeordnet werden soll. Das nutzten sie dazu, noch einmal unterschiedliche Standpunkte auszutauschen. Außerdem gab es Verwirrung um einen städtebaulichen Wettbewerb für das Gebiet.

Nur Grüne und Linkspartei lehnen das neue Baugebiet ab. Um seine Position zu untermauern, zitierte Dr. Sebastian Ritter (Grüne) Ergebnisse einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IWD). Danach kann in boomenden Städten wie Düsseldorf der Bedarf an neuen Wohnungen kaum gedeckt werden. Schon benachbarte Städte wie Wuppertal wiesen jedoch mehr Bauland aus, als tatsächlich nachgefragt werde. Damit würden die Menschen dazu gelockt, neu zu bauen, statt gebrauchte Immobilien zu erwerben. In der Folge komme es in diesen an sich schrumpfenden Nachbarstädten dazu, dass an ihren Rändern neuer Wohnraum entstehe, während in den Ortskernen immer mehr Wohnungen leer stehen würden. "Man stürzt sich hier auf Filetstücke, statt weiter nördlich Wohnraum zu entwickeln", beklagte sich der Grüne. "Hier wird doch innerhalb eines vitalen Ortskerns nachverdichtet", behauptete dagegen CDU-Sprecher Daniel Kegler. Man wolle ja nur die Bevölkerungsverluste stoppen, argumentierte er. "Im vorhandenen Bestand genügt der Nachzug da nicht." Sein Kollege Manfred Helten ergänzte: "Wir müssen den Süden weiter entwickeln, um die Kraft für die Lösung der Probleme im Norden der Stadt zu haben." Das Projekt sei von daher ein Signal für die gesamte Stadt.

"Die Nachfrage nach Bauland ist da", erklärte Angela Homberg (SPD). Wohnraum für junge Familien zu schaffen, das könne man nur begrüßen. Es sorge für nachhaltigen Zuwachs. Ihr Kollege Hartmut Ploum ergänzte: "Wo kein Bedarf ist, da wird auch nicht gebaut."

Deniz Edis (Linke) brachte die nötige Infrastruktur für die zusätzliche Bevölkerung ins Spiel. "Können Schulen und Kitas den Bedarf überhaupt decken?", fragte sie. Ihr erwiderte Ratsherr Thomas Susen (CDU), viele Schulen im Süden würden um jeden Eingangsschüler kämpfen, um ihren Bestand zu halten. Dabei erwähnte er aber nicht, dass die betroffene Grundschule an der Albert-Schweitzer-Straße schon jetzt mit der über Jahrzehnte größten Grundschule im Süden, der Gemeinschaftsgrundschule Böhmer Straße in Buchholz, gleichgezogen hat.

Quelle: RP
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