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Duisburg
Stadt: Zeitig über Sperrung informiert

Duisburg. Die Polizei und die Duisburger Verkehrsbetriebe sind alles andere als begeistert über die Maßnahmen. Auch sie müssen nun kurzfristig mit der neuen Situation klar kommen. Von Hildegard Chudobba

Die Stadt Duisburg wehrt sich gegen den Vorwurf, nicht frühzeitig auf die Sperrungen auf dem Karl-Lehr-Brückenzug hingewiesen zu haben. Bereits im April hätte sie "die Beteiligten darüber informiert, dass der Zustand der Ruhrbrücke und der Hafenkanalbrücke kritisch ist und zeitnah Maßnahmen geplant und umgesetzt werden müssen, um die Standsicherheit der Brücken bis zum Neubau zu gewährleisten", so das Presseamt. Bei der detaillierten Untersuchung Ende Mai habe sich abgezeichnet, dass eine Reduzierung des Verkehrs (Sperrung einer Fahrspur, Begrenzung auf Tempo 30) aufgrund von Überbeanspruchung wesentlicher Bauwerksteile umgehend erforderlich sei. Auch dies sei sofort kommuniziert worden.

Aus dem Hause der Duisburger Polizei ist indes auf Nachfrage zu hören, dass sie wie andere quasi aus der Zeitung von der kurzfristig angeordneten Teilsperrung erfahren habe, die seit gestern gilt. Dass generell der schlechte Zustand der Brücke zwischen Ruhrort und Kaßlerfeld in der Vergangenheit immer wieder Gesprächsthema mit der Stadt war, habe damit nichts zu tun. Auch die DVG ist vom Zeitpunkt der Teilsperrung offensichtlich überrascht worden, ging vor einigen Tagen aus ihrer Pressemitteilung hervor. Bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung der Duisburger Verkehrsgesellschaft war das Erstaunen der Mitglieder über die Nachricht zumindest groß, berichten Teilnehmer.

Der stellvertretende CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Thomas Susen hatte daher vor wenigen Tagen von einer inakzeptablen Informationspolitik des zuständigen Planungsdezernten gesprochen. Die Stadt teilt weiter mit: "Für den vorgesehenen Neubau der beiden Brücken werden westlich des Brückenzuges die Neubauten inklusive Gleisanlage und Fahrbahn auf temporären Pfeilern errichtet. Sobald diese provisorisch angeschlossen sind, wird der ÖPNV und der Individualverkehr über diese Brücke geleitet, so dass die alten Brücken abgerissen werden können." Im Anschluss würden die neuen Brücken in die endgültige Position verschoben.

Durch diese Planung erübrige sich der Bau von Behelfsbrücken, die mit geschätzten Kosten von zehn Millionen Euro verbunden wären und die oben skizzierten Bauarbeiten erheblich behindern und verzögern würden. Sie reagiert damit unter anderem auf die Forderung von Susen, eine Behelfsbrücke aufzubauen, die es bekanntlich gab, als der erste Teil des langen Brückenzuges zwischen der Innenstadt und Ruhrort über den Vinckekanal neu errichtet wurde.

Im Sommer, so hatte es die Stadt vor einigen Monaten gegenüber der Politik erklärt, soll die viel befahrene Rheinbrücke zwischen Hochfeld und Rheinhausen gesperrt werden, weil auch auf ihr wegen erheblicher Schäden gearbeitet werden muss. Für alle, die dann von der Innenstadt in den Duisburger Westen wollen oder umgekehrt bleiben dann als Ausweichstrecken nur die beiden Autobahnbrücken beziehungsweise die Uerdinger Rheinbrücke zwischen Krefeld und Mündelheim im Duisburger Süden- es sei denn, die Arbeiten auf der Brücke der Solidarität sind nicht so dringlich und können noch verschoben werden - die Autofahrer wären dankbar!

Quelle: RP
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