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Duisburg
Stadtbibliothek: Ausweise werden drei Euro teurer

Duisburg. Strafgebühren für Leihfristüberschreitungen werden drastisch angehoben. Ratsfrau Laakmann schlägt "Solidaritätsausweis" vor. Von Peter Klucken

Ab dem 1. Juli kostet der Leseausweis für die Duisburger Stadtbibliothek, der ein Jahr gültig ist, 15 Euro statt bislang zwölf Euro. Diese Erhöhung wurde einstimmig im Kulturausschuss beschlossen. Als Ausgleich für die Erhöhung des Jahresentgelts entfallen ab Juli die bisher zusätzlich erhobenen Ausleihentgelte für DVDs, CD-Roms und Videos. Für Jugendliche ab dem 13. Lebensjahr und bis zum 18. Lebensjahr soll das Jahresentgelt 11 Euro betragen. Duisburger mit geringem Einkommen müssen als Inhaber eines "Duisburg-Passes" auch künftig nur zwölf Euro für den Leseausweis bezahlen. Kinder bis zum 13. Lebensjahr sollen einen kostenlosen Leseausweis bekommen. Um einen Missbrauch dieses "Kinderausweises" zu vermeiden, ist damit nur eine Ausleihe von Kindermedien möglich.

Beschlossen wurde auch eine wesentlich drastischere Anhebung: Ab Juli werden die Versäumnisentgelte pro Medieneinheit und Kalendertag von derzeit 15 Cent auf 45 Cent erhöht. Außerdem entfallen die bislang entgeltfreien Karenztage, bei denen ein Auge zugedrückt wird, wenn man ausgeliehene Bücher bis zu drei Tagen nach Ende der Leihfrist zurückbringt. Die neuen Regelungen können teuer werden, wenn man beispielsweise einen dicken Stapel ausgeliehener Bücher einige Tage nach Ende der Leihfrist zurückbringt. In der Verwaltungsvorlage heißt es dazu: "Bei den Versäumnisentgelten handelt es sich um eine Vertragsstrafe, die nicht zu knapp bemessen sein sollte, um die Entleihbarkeit der Medien für alle Kundinnen und Kunden kontinuierlich garantieren zu können. Indes führen allzu drastische Versäumnisentgelte erfahrungsgemäß zu allgemeiner Zahlungsunwilligkeit, zu Zahlungsverweigerungen, Widersprüchen und damit zu mehr Verwaltungsaufwand. Ein noch höheres Versäumnisentgelt wird daher nicht empfohlen, zumal die Vertragsstrafe den eigentlichen Vertragswert (=entliehenes Medium) nicht übersteigen darf." Unter dem Strich rechnet die Verwaltung durch die Anhebung der Entgelte mit Mehreinnahmen von 118.000 Euro. Wobei ein Kundenschwund von zehn Prozent wegen der Gebührenanhebungen einkalkuliert ist.

Unterdessen machte Ratsfrau Barbara Laakmann (Die Linke) den Vorschlag, einen "Solidaritätsausweis" einzuführen, bei der Bibliotheksbenutzer freiwillig einen höheren Beitrag bezahlen, um auf diese Weise beispielsweise den Ankaufsetat der Stadtbibliothek zu erhöhen.

Bereits vor einigen Jahren führte die Stadtbibliothek das Buchpaten-Projekt ein. Dabei kann man für die Stadtbibliothek Bücher erwerben, die erwünscht, aber bislang noch nicht im Bestand sind. Eine beliebte Umsetzung besteht darin, dass man für die Stadtbibliothek ein Buch kauft und es als erster ausleiht.

Im Umlauf befinden sich 22.000 Leseausweise für Erwachsene und 2200 Leseausweise für Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren. Hinzu kommen 6000 Kinderausweise.

Quelle: RP
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