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Duisburg
Stadtwerketurm-Modell im Museum

Duisburg: Stadtwerketurm-Modell im Museum
Modellbauer Rainer Switlick stellte gestern zusammen mit Azubis der Stadtwerke das Modell des Stadtwerketurms vor. FOTO: peter klucken
Duisburg. Bei der "ExtraSchicht" am Samstag beteiligt sich das Kultur- und Stadthistorische Museum mit einem vielfältigen Programm, das von interkulturellen Begegnungen geprägt ist. Präsentiert wird zudem ein Stadt-Wahrzeichen im Modell. Von Peter Klucken

Auch bei der nächsten "Extraschicht", wie die jährliche Nacht der Industriekultur kurz bezeichnet wird, beteiligt sich das Kultur- und Stadthistorische Museum mit einem vielfältigen Programm. Am Samstag, 24. Juni, öffnet das Museum am Innenhafen von 18 Uhr bis zum nächsten Morgen um zwei Uhr seine Türen, um seine wertvollsten Schätze und ganz besondere Neuheiten zu präsentieren.

Ankerpunkt im Museum am Innenhafen ist die Mercator-Schatzkammer. Gerhard Mercator, der vor 500 Jahren als Zuwanderer nach Duisburg gekommen ist, hat Großartiges geschaffen. Roland Wolf in der Gewandung des Gerhard Mercator zeigt die kostbaren Globen und Atlanten, die in der Mercator-Schatzkammer des Museums aufbewahrt werden und skizziert die Lebensleistung des Gelehrten, der durch sein nach ihm benanntes Projektionsverfahren die Seefahrt sicherer gemacht hat. Roland Wolf bietet Führungen um 18, 19, 20, 21, 23.30 und 0.30 Uhr an.

Extraschicht-Besucher bekommen zudem die Möglichkeit, die neue Sonderausstellung des Museums, die offiziell erst am Sonntag, 25. Juni, 15 Uhr, eröffnet wird, ab 22.15 Uhr vorab zu besichtigen. Die neue Schau beschäftigt sich mit dem Reisen, wie es vor 500 Jahren praktiziert wurde. Anders als heute verbanden die Menschen damals das Reisen zumeist nicht mir Erholung; es war ein äußerst mühseliges Unterfangen und mit unzähligen Gefahren verbunden. Für Pilger beispielsweise war der Weg das Ziel und eine oft lebensgefährliche Belastungsprobe. Davon soll die Ausstellung erzählen. Sie trägt den Titel: "Dahin, wo der Pfeffer wächst!"

Der Programmhöhepunkt der Extraschicht im Kultur- und Stadthistorischen Museum ist die "Nacht der Poesie", die um 22 Uhr beginnt und gegen Mitternacht endet. Museumsmitarbeiterin Kornelia Kerth-Jahn, die für das Extraschicht-Programm im Museum verantwortlich ist, hat das Allerwelts-Ensemble Duisburg unter Leitung der erfahrenen Kulturmacherin Annegret Keller-Stegmann eingeladen. Das im vergangenen Jahr gegründete Ensemble zählt 25 junge Akteure aus vier Kontinenten.

Es sind Geflüchtete aus Syrien und Kurdistan, Afghanistan und Pakistan, Nigeria, Ghana und dem Kongo, Mitglieder des Jungen Ensemble Ruhr deutscher, südosteuropäischer, chilenischer und türkischer Herkunft: Profis und Amateure, Musiker, Performer, Poetry- und Visual-Artists.

Im vergangenen Jahr trat das Allerwelts-Ensemble zum ersten Mal in Duisburg auf. Standen damals Flucht und Ankommen im Zentrum, gehe es diesmal um das Zusammenleben hier, sagte gestern Annegret Keller-Stegmann, die einen fulminanten Abend verspricht. Kornelia Kerth-Jahn rechnet damit, dass der Veranstaltungssaal mit seinen 200 Plätzen rappelvoll wird.

Pünktlich zur ExtraSchicht präsentiert das Museum ein neues Exponat zur besonderen Industriegeschichte der Stadt. Unterstützt von den Stadtwerken hat Rainer Switlick ein originalgetreues Modell des Stadtwerketurms im Maßstab 1 zu 100 gebaut. Eineinhalb Jahre arbeitete Switlick (70), der viele Jahre als Maschinenbautechniker beschäftigt war, an dem Modell - rund 1100 Stunden, wie er schätzt.

Die Stadtwerke stellten ihm Originalzeichnungen zur Verfügung. Als er mit den Arbeiten am Modell begann, war noch gar keine Rede davon, dass der Turm wirtschaftlich nicht mehr gebraucht würde. Um so wichtiger wurde für Switlick später die Fertigstellung des Modells.

Gekrönt wurde seine Arbeit von Auszubildenden der Stadtwerke. Die schufen ein Podest und eine Art Rahmen für das Modell, wobei sie das Originalblech eines demontierten Rauchgasrohrs verwendeten. Das Modell soll für mehrere Monate in der stadtgeschichtlichen Ausstellung des Museums bleiben. Dann geht es vermutlich als Schaustück an die Stadtwerke.

Quelle: RP
 
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