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Duisburg
Stahl-Fusion: Betriebsräte stellen ein Ultimatum

Duisburg: Stahl-Fusion: Betriebsräte stellen ein Ultimatum
Sie informierten die Belegschaft: Thyssen-Krupp-Betriebsräte Horst Gawlik, Günter Back und Tekin Nasikkol (von links). FOTO: Stephan Eickershoff
Duisburg. Der Vorstand von Thyssen-Krupp soll am Freitag Aussagen zur Zukunft der Standorte und Arbeitsplätze machen. Von Willi Mohrs

Die Belegschaft fragt, vermisst aber Antworten: Jetzt stellen die Arbeitnehmervertreter von Thyssen-Krupp Steel ein Ultimatum: Beim nächsten Gespräch mit dem Vorstand am kommenden Freitag wollen sie wissen, welche konkreten Folgen eine Fusion der Stahlsparten von Thyssen-Krupp und Tata für die Mitarbeiter, für ihre Arbeitsplätze und die Standorte haben könnte. Sonst werde man den Druck erhöhen, hieß es gestern bei Betriebsversammlungen an zehn Stahlstandorten von Thyssen-Krupp in NRW.

Die nächste Großdemonstration von Stahlarbeitern ist bei der IG Metall bereits in der Planung. Am 23. November werden rund 8000 Stahlbeschäftigte in Andernach erwartet, wo Deutschlands größtes Stahlunternehmen Weißblech produziert. Dem Standort könnten kartellrechtliche Konsequenzen drohen, wenn mit Thyssen-Krupp und Tata zwei führende europäische Weißblechproduzenten zusammenrücken. Mit Folgen für Duisburg: Denn von dort kommt das gesamte Vormaterial für den Stoff, aus dem unter anderem Dosen sind.

Die Unruhe in den Duisburger Werken sei zudem so groß, erklärte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Günter Back am Rande der beiden Betriebsversammlungen des Standorts Hamborn/ Beeckerwerth in der Mercatorhalle, dass der Wunsch nach Betriebsratsinformationen in den Betrieben oder auch nach weiteren außerordentlichen Betriebsversammlungen größer werden könnte, wenn der Vorstand auf die drängendsten Fragen nicht endlich Antworten gebe. All das hätte Auswirkungen auf die Produktion in einer Phase, in die Stahlproduktion wieder richtig brummt.

Einen Katalog mit zehn Forderungen für den Fusionsprozess hat die IG Metall zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit eines künftigen Gemeinschaftsunternehmens und Zusagen für Standorte und Arbeitsplätze. Eine Hauptsorge ist nach wie vor, dass ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit zu hohen Schulden an den Start gehen soll, um letztlich erfolgreich arbeiten zu können. Auch fordern die Arbeitnehmer, dass die Mutterkonzerne nicht nach den Gewinnen der Stahltochter greifen, sondern vielmehr auch weiterhin für Risiken im stark zyklischen Stahlgeschäft einstehen sollen.

Absolut nicht einverstanden sind die Arbeitnehmervertreter mit einer Verlagerung des Unternehmenssitzes in die Niederlande. "Wir fordern Mitbestimmung in der Holding der Gesellschaft", lautet ihre Forderung. Bei dem Thema Unternehmenssitz sieht Back-Stellvertreter Tekin Nasikkol auch die Landespolitik in der Pflicht, schließlich gehe es um die Arbeitsplätze von rund 25.000 Stahlarbeitnehmern in Nordrhein-Westfalens und um erhebliche Steuerzahlungen.

Quelle: RP
 
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