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Duisburg
Steiger Schwanentor bald verwaist

Duisburg: Steiger Schwanentor bald verwaist
Am Steiger Schwanentor werden ab Juni keine Hafenrundfahrtschiffe mehr vor Anker gehen. Grund ist, dass ein Stückchen weiter am Marientor ein zusätzlicher Hochwasserschutz gebaut wird. FOTO: Reichwein
Duisburg. Wegen des Baus eines Dammbalkenverschlusses am Marientor können die Hafenrundfahrt-Boote nicht mehr bis in die Stadt fahren. Bis Dezember bleibt auch die Marina im Innenhafen unbenutzt. Von Julia Zuew

Die Duisburger Innenstadt wird ab Juni um ein Touristenziel ärmer sein. Denn dann werden die Hafenrundfahrten nicht mehr am Steiger Schwanentor starten können. Wer sich mit dem Rundfahrtboot durch den Hafen schippern lassen will, kann dann nur noch an der Mühlenweide an Bord gehen.

Grund dafür sind die anstehenden Arbeiten an der Schleuse Marientor. Sie ist zwar schon mehrfach saniert und verstärkt worden. Doch um die Innenstadt auch im schlimmsten Fall wirkungsvoll vor Hochwasser schützen zu können, erhält sie ab Juni einen so genannten Dammbalkenverschluss (wir berichteten).

Dazu werden seitlich und am Untergrund Schienen angebracht, in die bei Gefahr Balken geschoben werden können. Diese Balken werden dauerhaft an der Schleuse liegen, so dass sie jederzeit einsetzbar sind.

Für "normales" Hochwasser reicht die Marientorschleuse aus. Aber was ist, wenn eine "Jahrhundertflut" eintritt? Auch dann muss mit aller Macht verhindert werden, dass die Altstadt "absäuft", wie es Anfang des vorigen Jahrhunderts noch der Fall gewesen ist. Gegen die dann einsetzenden Wassermassen kann das Marientor nichts ausrichten. Und ein neues Sperrwerk zu bauen, dafür fehlen die finanziellen Mittel. Der Dammbalkenverschluss gilt allerdings keineswegs als Notlösung, wohl aber als wirkungsvolle Alternative, die mit vier Millionen Euro zudem nicht gerade preiswert ist. Fertiggestellt werden soll das neue Sperrwerk bis Dezember, also rechtzeitig zum Advents- und Frühjahrshochwasser. Um diese Arbeiten durchführen zu können, muss der Wasserspiegel im Innenhafen gesenkt werden. Die Bötchen, die in der Marina im Innenhafen hinter dem Schwanentor liegen, haben schon das Hafenbecken verlassen oder werden es in Kürze tun.

Die Hafenrundfahrten werden voraussichtlich ab dem 6. Juni nur noch von der Schifferbörse in Ruhrort starten. Die wirtschaftlichen Folgen "werden sich bemerkbar machen", ist Amel Turkovic von der "Weissen Flotte" überzeugt. Auch das Jahresprogramm habe unter der Umstellung bereits gelitten: "Wir konnten es erst später rausgeben, da wir alle Termine umlegen mussten", sagt Turkovic. "Wir hätten das gerne früher erfahren." Die Nachricht von dem Umbau sei bei dem Team der "Weissen Flotte" erst im Januar eingetroffen - da stehe das Jahresprogramm aber schon so gut wie fest, sagt er.

An der Schifferbörse können Besucher Rundfahrten nicht nur mit der "Weissen Flotte", sondern auch mit der "Rheinfels" machen. Für die Betreiber der "Rheinfels" ist die Konkurrenzsituation kein Problem: "Die ,Weisse Flotte' hat ihre eigenen Kunden und wir unsere", sagt Tanja Moser, die mit ihrem Ehemann Walter die Fahrten anbietet.

Quelle: RP
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