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Duisburg
Steinturm hat Aussicht auf Fördergelder

Duisburg: Steinturm hat Aussicht auf Fördergelder
Arno Eich demonstriert fürs Foto, wie eng der Aufstieg im Duisburger Steinturm ist. FOTO: Dahlke
Duisburg. Bislang fristet das älteste erhaltene weltliche Gebäude Duisburgs ein Dasein als gesicherte Bauruine. Eigentümerin Gebag und Stiftungen sind gesprächsbereit - eine denkmalgerechte Sanierung ist denkbar. Von Martin Kleinwächter

Als Kulturzentrum boomt der Steinhof seit Jahren. Aber jenes Gebäude, das ihm seinen Namen gab, der Steinturm aus dem Mittelalter, präsentiert sich noch immer als eine Art gesicherte Bauruine. Dabei handelt es sich um das älteste noch erhalten gebliebene nicht-kirchliche Gebäude auf Duisburger Stadtgebiet. Seine Eigentümerin, die Gebag, erklärt sich jetzt gesprächsbereit, was die Sanierung des Steinturms angeht.

"Grundsätzlich besteht bei uns die Bereitschaft, darüber noch einmal mit allen Beteiligten zu sprechen", sagt Sabine Lück, die Sprecherin der Gebag, auf Nachfrage der Redaktion. Damit meint sie die Stadt als Untere Denkmalbehörde und den Trägerverein, dessen Veranstaltungen den Steinhof mit Leben füllen. Aus den dabei erzielten Erlösen hat der Trägerverein in der Vergangenheit den Steinturm gesichert und sein Dach dicht gehalten. Für die Sanierung selbst fehlen ihm allerdings die Mittel.

Bereits beim Umbau des baufälligen Gehöfts zum Bürgerzentrum waren in den Jahren 2000 und 2001 insgesamt 1,7 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln für den denkmalgeschützten Bereich des Steinhofs an den früheren Trägerverein ausgezahlt worden. Er musste zur Jahreswende 2005/06 Insolvenz anmelden, wurde später durch den heutigen Trägerverein ersetzt. Die damals gewährten Mittel wurden allerdings nicht für die Sanierung des Steinturms verwendet, sondern flossen hauptsächlich in die angrenzenden Gebäudeteile, die auch unter Denkmalschutz stehen.

Für eine künftige Förderung kämen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn und die NRW-Stiftung Natur, Heimat, Kultur mit Sitz in Düsseldorf in Betracht. "Es müssten halt entsprechende Anträge gestellt werden", sagt dazu Dr. Karin Gehrmann, die zuständige Sachbearbeiterin bei der Bonner Stiftung. Realistisch wäre eine Förderung im Jahr 2018. "Wir unterstützen aber nur denkmalgerechte Maßnahmen, also zum Beispiel nicht den Einbau einer Heizung", sagt sie. Was der Trägerverein vorhabe, das müsse genau dargestellt werden. Dann könnten bis zu 80 .000 Euro gewährt werden. "Das ist bei unserer Stiftung abhängig von der Höhe der Ausschüttungen durch die Glücksspirale und vom Spendenaufkommen", erklärt sie. Insgesamt komme es darauf an, wie sich das Projekt mit seinen Aktiven gegenüber der Stiftung darstellt.

Darauf achten auch die möglichen Zuschussgeber in Düsseldorf. "Wenn Ehrenamtliche Kulturerbe erhalten möchten, sind sie grundsätzlich bei uns richtig", heißt es dort. Zu den nötigen Angaben, die Antragsteller machen müssten, gehöre aber ein Nutzungskonzept, also ein Betriebskonzept. Auch müsse später genau Nachweis darüber geführt werden, wie die Mittel verwendet wurden. "Wenn der Verein das angehen möchte, kann er gerne mal vortragen. Wir prüfen dann, ob wir etwas machen können", sagt eine Sprecherin.

Das ist auch für die Gebag die Grundlage dafür, sich mit zu engagieren. "Wenn es eine Fördermöglichkeit gibt, besteht Gesprächsbereitschaft", so Lück.

Quelle: RP
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