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Duisburg
Sternstunde im Musikleben der Stadt

Duisburg. Das WDR-Sinfonieorchester Köln gastierte erfolgreich im Theater am Marientor. Von Ingo Hoddick

Zur Zeit ist das einzige professionelle Orchester außer den Duisburger Philharmonikern, das in unserer Stadt auftritt, das erstklassige WDR-Sinfonieorchester Köln. Jetzt war es für diese Saison wieder einmal so weit, im Theater am Marientor (TaM) lockte ein attraktives Programm viel Publikum an. Gespielt wurden abwechselnd je zwei knifflige Meisterwerke von Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss. Von Mozart war das die Ouvertüre zu seiner letzten Oper "La clemenza di Tito" KV 621 (1791) und die frühreife Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201 (1774). Von Richard Strauss gab es melancholisch-tröstliche "Vier letzte Lieder" auf Gedichte von Joseph von Eichendorff und vor allem Hermann Hesse für Singstimme und Orchester (1948) und die eher effektvolle Suite aus der Oper, pardon: musikalischen Komödie "Der Rosenkavalier" op. 59 (1910/45).

Selbst ein Spitzenorchester wie das WDR-Sinfonieorchester Köln hat nicht jeden Tag solche Sternstunden wie jetzt im TaM. Der Klangkörper strahlte Wärme aus und blieb selbst bei der riesigsten Besetzung noch durchsichtig. Da spielte es sicher auch eine Rolle, dass die alte deutsche Sitzordnung gewählt worden war, bei der die Bratschen ganz vorne rechts sitzen. Fast wie bei den Berliner Philharmonikern ergeben auch bei den Kölnern viele gute Solisten ein einheitliches Ganzes. Stellvertretend für tolle Solostellen genannt sei der erste Konzertmeister José Maria Blumenschein, der bald zu den Wiener Philharmonikern wechselt

Natürlich lag der Erfolg des Abends auch in den Händen des norwegischen Gastdirigenten Eivind Aadland. Er sorgte für weitgehend stilsichere, immer besonnene und sogar beseelte Aufführungen. Nur in zwei Fällen wirkten seine Tempi etwas zu langsam, nämlich bei dem Strauss-Lied "Im Abendrot" und beim Trio-Mittelteil des Sinfonie-Menuetts.

Besonders bejubelt wurde die 30 Jahre junge Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller von der Bayerischen Staatsoper München, deren Karriere sie inzwischen an die Mailänder Scala und die New Yorker "Met" führt. Im TaM berührte ihre Stimme vielleicht nicht immer klanglich, aber jederzeit emotional.

Schade nur, dass ein Teil des Publikums die Liederfolge gnadenlos zerklatschte.

Quelle: RP
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