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Duisburg
Streetscooter liefert die Post aus

Duisburg: Streetscooter liefert die Post aus
Auf dem Firmengelände von thyssenkrupp: der Streetscooter. FOTO: thyssenkrupp
Duisburg. In der Vorweihnachtszeit herrscht für die Post Hochbetrieb vor allem bei der Paketzustellung. Im Einsatz hilfreich dabei ist der neue "StreetScooter".

Das Fahrzeug wurde entwickelt, um Elektromobilität bereits ab kleinen Stückzahlen wirtschaftlich attraktiv zu gestalten und somit Ökonomie und Ökologie miteinander zu verbinden. Mittlerweile ist das Aachener Unternehmen StreetScooter GmbH eine Tochtergesellschaft des weltgrößten Logistik-Konzerns Deutsche Post DHL Group.

Die Stahl- und die Komponentensparte von thyssenkrupp hatten sich bereits in der Anfangsphase in die Entwicklung eingebracht. Die Stahlsparte beispielsweise hat als einer der strategischen Partner die Karosseriestruktur des "StreetScooter" mitentworfen. Die Entwickler setzten dabei auf wirtschaftlichen Leichtbau mit einer Karosseriestruktur aus Stahl, die mit einer Kunststoff-Außenhaut beplankt wird. Die Stahlstruktur besteht zu 57 Prozent aus höher- und höchstfesten Stählen. Mit ihrer hohen Festigkeit ermöglichen die Werkstoffe dünnwandige, leichtere Bauteile ohne Abstriche bei der Sicherheit. Hinzu kommen Warmumformstähle für Stoßfänger sowie A- und B-Säule, die hohe Bauteilfestigkeiten aufweisen und ebenfalls große Gewichts-Einsparungen ermöglichen. Kosteneffizient sind beim "StreetScooter" sowohl die verwendeten Werkstoffe als auch die profilintensive Bauweise. Sie macht die Ableitung von Modellvarianten deutlich preiswerter als herkömmliche Pressteil-Konstruktionen. Die Stahlsparte hat zudem die Bodengruppe entwickelt. Das Bauteil ist eine Sandwich-Konstruktion, mit Fächern für bis zu drei Batterien. Die Energieträger so zu beherbergen, dass sie im Crashfall nicht beschädigt werden, und daraufhin brennen oder Stoffe freisetzen, ist die Hauptaufgabe des Moduls. Entsprechend haben die Entwickler von thyssenkrupp in Duisburg Konstruktion und Materialkonzept ausgelegt. Die Längsträger der Bodenstruktur, zwischen die die Batteriemodule gesetzt werden, sind zweischalig und bestehen aus einem höchstfesten Dualphasenstahl. Damit sind die Bauteile so stabil, dass sie im Crashfall nicht nachgeben und keine Beschädigung der Batterien zulassen. Einen Teil der Aufprallenergie kontrolliert abzubauen, ist die Aufgabe der Schweller, die aus einem kalt gewalzten Dualphasenstahl gefertigt sind. Der Werkstoff besitzt nicht nur eine hohe Festigkeit, sondern auch genug Umformvermögen, um Crash-Energie zu absorbieren. Auf die Bodengruppe werden Sitzstruktur und Fahrzeugtunnel montiert. Die Deutsche Post hat 2014 die StreetScooter GmbH übernommen, um eigene Fahrzeuge für die Brief- und Paketbeförderung zu produzieren. Auf dieser Basis entstand das Modell "Work", das den harten Belastungen des Zustell-Alltags angepasst und völlig emissionsfrei unterwegs ist. Der gelbe Wagen mit "grüner" Antriebstechnologie muss zum Beispiel täglich bis zu 200 Stopps und Anfahrvorgänge bewältigen. Er braucht genügend Ladevolumen für Briefe und Pakete und muss an 300 Tagen im Jahr zuverlässig seinen Dienst tun. Auf der anderen Seite braucht der Kleintransporter keine hohen Geschwindigkeiten und ist ausschließlich auf Kurzstrecken unterwegs. Im Aachener Werk rollen in diesem Jahr die ersten 2.000 Kleintransporter vom Band, ab 2017 können bis zu 10.000 Fahrzeuge jährlich gebaut werden. Ziel der Post ist es, im Rahmen ihrer "GoGreen"-Initiative mittelfristig ihre Zustellflotte mit konventionellem Antrieb durch Elektrotransporter zu ersetzen, so dass die Brief- und Paketzustellung künftig umweltschonend mit E-Mobilen erfolgt.

Quelle: RP
 
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