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Duisburg
"Streif" beweist aktive Kulturszene

Duisburg. Die Mischung der Duisburger Jahreszeitschrift lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Von Peter Klucken

Mittlerweile gehört die Kulturzeitschrift "Streif" schon zum "traditionellen" Jahresprogramm der Stadt Duisburg; schließlich gilt es als ausgemacht, dass drei Folgen hintereinander eine "Tradition" begründen. Bei "Streif" muss man das noch nicht einmal ironisch sehen, denn schon jetzt gibt es Anfragen für die nächste Ausgabe im Sommer 2017, wie Elisabeth Höller gestern beim Pressegespräch verriet. Die Duisburger Künstlerin gehört zusammen mit Stacey Blatt, Martin Gensheimer und Holger Albertini zum Herausgeberteam.

"Streif" ist keine Kulturzeitschrift, die sich mit Events oder der aktuellen Kommunalpolitik beschäftigt, vielmehr finden sich hier Künstler unterschiedlicher Sparten zusammen, die kreativ mit der Stadt, in der sie leben, umgehen. Das geschieht in Geschichten, Essays, Gedichten, Prosaskizzen, abgebildeten Gemälden, Collagen und Fotografien. Die Mischung lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Genau das macht den besonderen Reiz von "Streif" aus. Beim Durchblättern und dann beim Lesen stößt man immer wieder auf Überraschungen und vor allem auf neue, interessante Sichtweisen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Text von Max Bilitza mit dem merk-würdigen Eingangssatz, der zugleich Überschrift ist: "Auf der A 59 Richtung Dinslaken zeigt der Hafenmund seine gelben Zähne." Verbunden ist diese Form der Erlebnis-Poesie mit einem Aquarell von Barbara Wolf. Man könnte so das gesamte Heft mit seinen 74 Seiten durchgehen: Es macht Spaß, wie Schriftliches und Bildliches hier verbunden werden. Eine Bildseite ließ gestern Wehmut aufkommen: In einer Collage-Reihe über fünf "coole Orte" in Duisburg ist das Café Kaldi mit einem Foto von Götz George alias Horst Schimanski vertreten.

In "Streif" veröffentlichen bekannte und weniger bekannte Künstler, die einen Bezug zu Duisburg haben. Sigrid Kruse, die mit einem Text, der vom Künstler Chinmayo mit der Hand abgeschrieben und illustriert wurde, vertreten ist, sieht in "Streif" ein positives Zeichen für die Lebendigkeit der gegenwärtigen freien Kulturszene in Duisburg.

Recht hat sie!

"Streif" ist in fast allen Duisburger Kultureinrichtungen und Buchhandlungen zu bekommen. Das Heft kostet sieben Euro.

Quelle: RP
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