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Duisburg
Supermarkt mit dörflichem Charakter

Duisburg: Supermarkt mit dörflichem Charakter
So sieht ein erster Entwurf für den neuen Edeka-Markt in Rahm aus. Die dunkle Backsteinverkleidung soll auch äußerlich zeigen, dass der Laden zu Rahm passet. FOTO: Rene Zeidler
Duisburg. Die Bezirksvertretung-Süd nahm gestern einen Antrag von SPD, Grünen und Linken an, die Ansiedlung eines Supermarktes an der Angermunder Straße möglich zu machen. Von Hildegard Chudobba

Eigentümer einer rund 9000 Quadratmeter großen Fläche auf dem Gesamtareal, auf dem neben einem "Edeka" neue Häuser gebaut werden sollen, sind etwa zur Hälfte die Stadt und die Familie Müller, die früher den kleinen Supermarkt gegenüber der Rahmer Kirche selbst betrieben hat. Ihr gehört auch die Immobilie an der Straße Am Rahmer Bach.

Im kommenden Jahr läuft der Vertrag mit Edeka aus. Und Holger Müller befürchtet, dass er nicht verlängert werden kann. Denn wie Edeka, so setzten auch andere konkurrierende Konzerne nicht mehr auf Lädchen mit derart geringen Größen.

Bei Edeka beispielsweise gilt als ein Standortfaktor eine Verkaufsfläche von mindestens 1500 Quadratmetern und 100 Parkplätzen sowie ein Einzugsgebiet mit 8000 Einwohnern (Untergrenze). Soll gar ein Center wie am Angerbogen entstehen, sind schon mindestens 18.000 Einwohner und 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche notwendig. Diese Größe lässt sich in Rahm nicht realisieren. Das derzeitige Rahmer Edeka-Geschäft hat noch nicht einmal 600 Quadratmeter Verkaufsfläche und so gut wie keinen Parkplatz vor der Türe.

An der Angermunder Straße plant Holger Müller den Bau eines Lebensmittelgeschäftes, das den Mindestvorgaben von Edeka entsprechen würde - benötigte Fläche für Laden, Parkplätze und Rundumbegrünung: 9000 Quadratmeter. Rahm allein hat rund 8000 Einwohner, und der Einzugsbereich reicht im Norden bis nach Großenbaum und im Süden bis nach Angermund.

Müller hat bereits einen ersten Entwurf anfertigen lassen, wie der neue Supermarkt aussehen könnte. "Mir ist wichtig, dass das Gebäude zum dörflichen Charakter von Rahm passt", sagt er. Darum favorisiere er eine Variante mit dunkler Backsteinverkleidung. Eine Bepflanzung der Fläche am Rande der Angermunder Straße könne den dahinterliegenden Parkplatz abschirmen, an den sich das Geschäft mit maximal 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche (das fordert die Süd- SPD in ihrem Antrag) anschließt.

Holger Müller ist selbst in Rahm aufgewachsen und kann daher die Bürger verstehen, die sich zu diesen Planungen kritisch äußern. "Aber allen muss klar sein, dass es unser Geschäft an der Kirche nicht mehr lange geben wird", sagt er. Er hat sogar Zweifel, dass er für den Laden mit Ende der Vertragslaufzeit überhaupt noch einen Pächter finden kann.

Und dass es in seinem "Heimatdorf" gar keinen Nahversorger mehr geben könnte, das ist für ihn eine unvorstellbare Situation.

Quelle: RP
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