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Duisburg
TaM-Leitung setzt auch aufs Fernsehen

Duisburg: TaM-Leitung setzt auch aufs Fernsehen
FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Sabine Kühn und Kurt Hrubesch, die zusammen das Theater am Marientor leiten, sehen gute Chancen für das Haus. Höhepunkte des Programms sind demnächst die Musicals "Die Schöne und das Biest" und "Mozart". Von Peter Klucken

Seit Mai 2015 leiten Sabine Kühn und Kurt Hrubesch das Theater am Marientor; sie als Geschäftsführerin, er als Theaterleiter. Eine klare Aufgabenverteilung haben sie nicht. Mal führt Hrubesch die Verhandlungen mit den Agenturen oder den Künstlern, mal übernimmt Sabine Kühn diesen Part. Das komme auf die Gesprächspartner und die zwischenmenschliche Chemie an, sagen die beiden im RP-Gespräch. Einig sind sie sich in der Auffassung, dass das Theater am Marientor gute Chancen auf dem Markt hat; auch wenn ab September die Mercator-Halle wieder als Veranstaltungsort zur Verfügung steht.

Die Mercator-Halle sei, so sagt es die gebürtige Duisburgerin Sabine Kühn, die gute Stube der Stadt, in der die Philharmoniker wieder ihre Heimat bekommen. Das Theater am Marientor habe seine eigenen Qualitäten; es sei in erster Linie der Ort für erstklassige Unterhaltung.

Das habe sich aber erst einmal herumsprechen müssen, nachdem die Halle nach dem Auszug des Musicals Les Misérables jahrelang wenig besucht wurde und nur noch den Ruf eines unliebsamen Leerstands gehabt habe. Die Wiederbelebung des TaM geschah bekanntlich aus Not: Die Mercator-Halle wurde im August 2012 wegen eklatanter Brandschutzmängel geschlossen. Alle waren damals froh, dass das TaM noch nicht abgerissen oder als Teppichlager umfunktioniert worden war. Die Philharmoniker fanden im TaM eine Ersatzspielstätte, die für klassische Konzerte allerdings ihre Tücken hatte. Allerdings wurden die akustischen Probleme schnell durch technische Maßnahmen geschmälert. Im TaM klingen die Philharmoniker seitdem wesentlich besser.

Bewegte Zeiten im TaM

Im vergangenen Jahr ging es geschäftlich im TaM rund: Im Januar 2015 kaufte die Unternehmensgruppe "Mehr! Entertainment" das TaM, um es fünf Monate später an die AUTARK-Gruppe weiterzuverkaufen, die Sabine Kühn und Kurt Hrubesch mit der TaM-Leitung beauftragten. Man kann davon ausgehen, dass der Kauf nicht zustande gekommen wäre, wenn die Chefs im Hintergrund nicht der Überzeugung gewesen wären, dass das TaM wirtschaftlich geführt werden kann. Sabine Kühn und Kurt Hrubesch geben sich mittlerweile optimistisch. Die Vermarktung des TaM laufe zufriedenstellend, und auch der Weggang der Duisburger Philharmoniker führe zu keinem Desaster. Das TaM habe seine spezifischen Qualitäten, die sich mehr und mehr herumsprächen.

Dazu gehören zum einen die technische Einrichtung und das verbesserte äußere Erscheinungsbild. Einige hunderttausend Euro seien da investiert worden. Ein Trumpf des TaM sei die Architektur des Hauses und seines Saals, der 1547 Sitzplätze mit guter Sicht auf die Bühne bietet. Kabarettisten und Comedians schätzten das TaM, weil hier ein guter Kontakt zum Publikum möglich ist, obwohl das Haus vergleichsweise groß ist. Wolfgang Trepper und Mary Roos hätten nach ihrem Auftritt im ausverkauften Haus von dieser Nähe zum Publikum geschwärmt.

Allmählich hat sich auch herumgesprochen, dass das TaM für Großveranstaltungen besonders gut geeignet ist. Es gebe, so Hrubesch, kaum vergleichbare Veranstaltungshallen mit einer ähnlich guten Logistik. Beim TaM sei es möglich, dass drei LKW zugleich bis unmittelbar vors Haus fahren. Deshalb sei das Theater am Marientor für Fernsehproduktionen, die stets mit einem großen Equipment verbunden sind, höchst interessant. Die Erfahrungen, die man jüngst mit dem ZDF und der TV-Neuauflage der "Versteckten Kamera" gemacht habe, seien beiderseits sehr gut und für die Zukunft vielversprechend gewesen.

"Die Schöne und das Biest" und "Mozart" kommen

Zu den Höhepunkten im kommenden Halbjahr gehören die Musical-Produktionen "Die Schöne und das Biest" (22. bis 31. Juli) und "Mozart" (21. bis 23. Oktober). Die "Mozart"-Produktion ist für das TaM besonders wichtig:

Dieses Musical wird nämlich hier in Duisburg erst "tournee-tauglich" gemacht. Insgesamt haben die "Mozart"-Macher das TaM für sechs Wochen angemietet, wobei auch während dieser Mietzeit die ein oder andere weniger aufwendige Veranstaltung durchgeführt wird. Nach der letzten Mozart-Aufführung im TaM wird die gesamte Produktion im Duisburger Hafen verschifft und nach Shanghai transportiert. Selbstverständlich sind Veranstaltungen, die mehrere Tage hintereinander gezeigt werden, wirtschaftlich attraktiv. Allerdings glauben Sabine Kühn und Hrubesch nicht, dass es nochmals jahrelange En-suite-Aufführungen in Duisburg geben wird.

Man müsse das Publikum mit attraktiven Einzelveranstaltungen locken, wie etwa Chris Tall (7. Oktober), Ralf Schmitz (12. November), Angelo Kelly (3. Dezember), den Höhnern (10. Dezember), Dieter Nuhr (15. Dezember), Johann König (10. Februar), Michelle (21. Februar) oder erstmalig eine Silvester-Gala.

Daneben wird im Theater am Marientor auch mit nicht-öffentlichen Tagungen Geld verdient. Sabine Kühn und Kurt Hrubesch operieren mit mehreren Eisen im Feuer. "Wir haben mit individuellen Serviceleistungen viel Überzeugungsarbeit bei Künstlern und Veranstaltern geleistet und sind inzwischen gut vernetzt," sagen sie und sprechen durchaus optimistisch über die Zukunft des TaM.

Quelle: RP
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