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Duisburg
"tangoX": der freie Geist der Improvisation

Duisburg. Spontane musikalische Kommunikation beim begeisternden VHS-Konzert der Tango-Formation.

Tango ist eine Musik, deren emotionales Spektrum zwischen Leidenschaft und Aggression, Erotik und Hingabe, aber auch Verletztheit und tiefer Einsamkeit liegt. Tango ist bunt, vielfältig, und offen für Neues, in seinem freien Geist der Improvisation verwandt dem Jazz. Das war jetzt beim zweiten Konzert der Tango-Reihe der Volkshochschule im Stadtfenster zu erleben, denn zum zweiten Mal gastierte in Duisburg das Quartett "tangoX" in der Besetzung Johanna Schmidt (elektrisch verstärkte Violine), Bart Rademakers (Klavier), David Andres (Kontrabass) und Stefan Kremer (Schlagzeug). Sie begeistern auf der Bühne durch ihre spontane musikalische Kommunikation und durch ihren eigenen unermüdlichen Spaß.

Die beiden Programmhälften begannen jeweils mit einem Klassiker des vor 125 Jahren geborenen Tangokönigs Carlos Gardel, nämlich "Melodía del arrabal" und "Por una cabeza". Fehlen durften auch nicht zwei Klassiker von Astor Piazzolla, dem König des "Tango nuevo", nämlich "Oblivion" und "Adios nonino". An dem berühmtesten Tango überhaupt, "La cumparsita" von Carlos Rodríguez, konnte man hören, wie selbstständig und souverän "tangoX" mit ihrem Material umgehen. Das Ganze war eine wunderbare Mischung aus argentinischer Tradition, europäischer Kammermusik und amerikanischem Jazz. Dazu passten auch das in Argentinien populäre "Alfonsina y el mar" (über eine Dichterin, die sich selbst tötete, indem sie ins Meer ging) von Ariel Ramírez und die Eigenkompostionen der Vier wie die mitreißende Zugabe "Canción" von Johanna Schmidt, inspiriert durch einen ghanaischen Trommelrhythmus.

(hod)
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