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Duisburg
Tanz zwischen Spaß, Schönheit und Slapstick

Duisburg. In Teil eins zeigt Martin Schläpfer seine 2007er Choreographie aus Mainz, allerdings frisch überarbeitet. Da stampfen drei Paare in glänzenden Plateaustiefeln wie auf einem Laufsteg, dann sucht ein Paar die Balance und geht an die Dehnungsgrenzen. Ein bedrückend beeindruckendes Solo, sieben Minuten auf Spitze, verlangt von Marlúcia do Amaral höchste Perfektion und Konzentration - Bravo. Zum Schluss noch ein Pas de deux zum "Opernball" auf schwarzen Highheels. Beim Tanz um den imaginären Obelisken stehen Füße und Schuhe im Mittelpunkt der sieben kleinen Szenen. Geht es also um den Kontakt zur Erde, zur Welt, und wie wir damit umgehen? Auf jeden Fall bringt Schläpfer seine Tänzer, begleitet von einem unorthodoxen Musikmix (an diesem Abend aus der Konserve), an den Rand des Möglichen. Ballett zum Genießen folgt in Teil zwei. Die Choreographie von Hans van Manen aus 1973 zu Beethovens "Adagio Hammerklavier" ist sehr langsam, harmonisch und von betörender Schönheit, wenn die drei Paare, die Männer in weißen Hosen mit freiem Oberkörper und glitzernden Ketten, die Frauen in wehenden Kleidern, in ihren Bewegungen gleichsam über die Bühne fließen. Auf der schwarzen Bühne unterstreicht das im Hintergrund in gleichmäßigen Wellen wehende weiße Tuch diese Leichtigkeit des Tanzes: Ein Traum von einem Ballett. Von Ralf Kreiten

Slapstick und Klamauk, bestimmen den dritten Teil, "Sh-Boom", von Sol León und Paul Lightfoot. Wir werden zurückversetzt in die Zeiten einer Revue aus den 20er/ 30er Jahren. Seien es der mechanisch grinsende Clown, die beiden Tänzer mit der affektierten "Sprechrolle", vermeintliche Nummerngirls oder die Herren, die ihre Hosen verloren haben und in Feinripp weiter agieren; dies ist alles ein herrlicher Spaß, mit immer wieder perfekt tanzenden Solisten.

Insgesamt große Kunst und große Unterhaltung, die auch den weniger ballettbegeisterten Zuschauer mitnimmt.

Quelle: RP
 
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